Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- Seite 70 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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ANMERKUNGEN ZU PAUL KÖNIGSBERGER PAUL KÖNIGSBERGER TERRAKOTTA zu sichten ist — Königsberger gehört zu diesen Wenigen. Bei allen seinen Arbeiten, die ich kennen zu lernen Gelegenheit hatte, ist es Vorstellung der materiellen Form, Rücksicht und Gestaltung des Stofflichen, das mit dem Geistigen Hand in Hand geht, ja sogar vorauszugehen scheint. Aber was das Wesentliche hiebei, ist nicht das zeitliche Vor^ und Nachher, oder ein anderes dualistisches Prinzip, sondern eine organische Verbundenheit, die sich in einem gesteigerten <aber von Ursprung aus dagewesenen) Bedürfnis nach Naturstudium und technischer Beherrschung der stofflichen Masse bei Verfeinerung und Reifung der geistigen Substanz äußert, um so dem vollendeten Werk jenes Höchstmaß an Spannungsintensität zu sichern, das sich bei einem aus der absoluten Formvorstellung heraus entstandenen Schaffen mit Notwendigkeit von selbst ergeben muß. Das heißt in ein Motto gebracht: Mit allen Mitteln die Leistung der Hand und die geistige Formvorstellung in genaueste Übereinstimmung bringen und diese Übereinstimmung von Anfang an vorzubereiten, was sich am klarsten beim unmittelbaren Arbeiten aus dem Blocke zeigt. Im Gegensatz zur großen Menge der modernen jungen Künstler, die, in Ermanglung des alten, guten Werkstatt Vorschubs, sich mit Haut und Haar dem leidigen modernen Kunstbetrieb verschreiben, um zu einer materiell wie geistig notwendigen Betätigung und zu Aufträgen gelangen zu können, hat Königsberger infolge seines ganz besonderen künstlerischen Verantwortungsgefühles und seiner außerordentlichen Gewissenhaftigkeit diese Kreuzung von Klippe und Sprungbrett vermieden. Es ist fruchtbare Aufgabe der zünftigen und nichts zünftigen Kritik, in diesem Falle einer urbildhaueri^ sehen monumentalen Begabung den Boden zu ebnen. Videant consules! PAUL KÖNIGSBERGER DEKORATIVER ENTWURF 70