Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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BUCH, KUNST 1 Nationafismus. Von Hans Koßn. CR- Löwit- Verfag, WienJ Sinn undScßicßsaf der russischen Revofution. Von Hans Koßn. CE. P. Taf* Vertag, WienJ Hans Kohn, der dem Kreis um die Zeitschrift »Der Jude« angehört, schrieb zwei kluge Bücher. Das Erste ist eine Sammlung von Aufsätzen, in denen er scharf und prägnant den Unterschied zwischen dem europäischen und dem orientalischen <jüdischen> Begriff des Nationalismus fixiert und in parenätischer Weise die ethische Sendung des richtig begriffenen jüdischen Nationalismus aufzeigt. Ihm ist Zionismus nicht »eine Versicherungsanstalt des Einzelnen für seine glückliche Zukunft«, ihm ist dieser Begriff des Nationaljüdischen, der im Kosmischen irgend« wie verankert ist, ein Streben zu jenen Zielen, die Asien immanent sind. Damit nähert er sich <eincr der Aufsätze trägt ausdrücklich den Titel »Panasien«) jener Bewegung, die man, in Ermanglung einer anderen Bezeichnung, die panasiatische nennt. Wenn auch Kohn noch nicht alle Konsequenzen daraus zieht, geht er dennoch den Weg zur ersten Forderung des panasiatischen Zionisten: brüder» lieber Ausgleich mit dem arabischen Volke. — Die andere Schrift ist der russischen Revolution, die der Autor in Sibirien miterlebte, gewidmet. Die Liebe, mit der Kohn russischer Erde und russischem Volke ent» gegentritt, scheint mir Symptom einer inneren Verwandt» schaft des jüdischen mit dem russischen Volke, die Beide — das Eine ein legitimes Kind des Ostens, das Andere dem Osten verwandt — vom Orient beeinflußt, von einem spezifisch orientalischen Drang zum Absoluten, zur höchsten letzten Entscheidung beseelt sind und stets in voller inbrünstiger Hingabe und in dienender Demut sich dem großen Ziele nahen. Für Hans Kohn ist die russische Revolution Zeugnis dafür und wenn er auch vom praktischen Verhältnis des Judentums zu dieser historischen Entscheidung des aus den Quellen des Ostens getränkten Russentums nicht spricht, wenn er auch nicht IND KÜNSTLER von der negativen Einstellung der <jüdischen> Führer dieser Revolution zum Judentum spricht, ist sie dennoch auch für das Judentum wichtig, weil aus ihren Fehlern genug Imperative für ein sich auf jüdischer Erde regene» rierendes Judentum zu finden sind. Ich höre aus Kohns schönem Buche den Zielruf: Verbinden wir unser Schick* sal mit den Asiens, dann ist die Zukunft unser, binden wir es an Europa, dann ist es nicht der Mühe wert, seinetwegen die Hände zu regen. Eugen Hoeflich. Das in diesem Hefte zum erstenmal reproduzierte Sendschreiben der Gemeinde Tiberias ist der Sammlung Aßraßam Scßwadrons entnommen, die etwa 2500 Originalbriefe und Porträts berühmter jüdischer Person» lichkeiten umfaßt. Die Sammlung, die der jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem zugedacht ist, stellt in Umfang wie Inhalt ein Unikum ersten Ranges dar und ist der Unterstützung aller an jüdischen Angelegenheiten Interessierten wert. Wir machen daher unsere Leser nach» drücklich darauf aufmerksam, daß Herr Dr. Aßraßam Scßwadron,Zfoczow,Pofen, und mit ihm die National» bibliothek für jede Spende von Briefen, Porträts und Medaillen von jüdischen Persönlichkeiten, die auf irgendeinem Gebiete menschlichen Könnens und Wissens irgend» eine Bedeutung erlangt haben, sehr dankbar ist. <Wir werden in den folgenden Heften weitere Publikationen aus dieser Sammlung bringen.) % Ein preisgekrönter jüdiseßer Dicßter. Das Kuratorium des Bauernfeld»Preises hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, den diesjährigen Bauernfeld»Preis an Urief Birnßaum in Würdigung seines Gedichtbuches: »In Gottes Krieg« zu verleihen. Sefßstanzeige. In den nächsten Tagen erscheint im Benjamin Harz»Verlag, Berlin»Wien, von Eugen Hoeßicß ein neues Panasienbuch: »Die Pforte des Ostens. <Das arabisch»jüdische Palästina vom panasiatischen Stand» punkt.)* M I T T E I Georg Eßrficßs Radierung »Elisabeth Bergner« bringen wir mit Genehmigung des Verlages Würthle» Flechtheim, Wien, die Radierung »Der verlorene Sohn« mit Erlaubnis des Euphorionverlages, Berlin. Pafästina. Eine Künstlermappe <zirka 40/60 cm>, zehn Lithographien, darunter drei farbige Blätter, von Maler Josef Tfocß, Wien,- jedes Blatt vom Künstler signiert. Subskription nimmt der Verlag entgegen. Preis zirka Kronen 250.000 bis 300.000. Mafer Vißtor Tiscßfer. In einigen Wochen erscheint ein Buch über den Maler Viktor Tischler. Außer einer Würdigung des Menschen und Künstlers aus der Feder Arthur Roeßlers enthält der vornehm ausgestattete Band etwa 40 Wiedergaben von Gemälden und Zeichnungen, darunter Dreifarben» und Tiefdrucke. Die Vorzugsausgabe, nur 100 Stück, wird als Sondergabe eine vom Künstler signierte Originalradierung enthalten. Vormerkungen auf diese Ausgabe, deren Preis eine Million Kronen beträgt, nehmen alle Buchhandlungen sowie der Verlag Carl Konegen entgegen. Nach Erscheinen'erhöht sich derPreis beträchtlich. LUNGEN Von unserem Mitarbeiter Wiffi Woffradt erschien im Mauritius»Verlag, Berlin: »Caspar David Friedrich und die Landschaft der Romantik.« Gaferie Hofßein. Leopofd Koßn, der Sohn des Malers David Kohn, eröffnete gemeinsam mit dem Kunst» historiker 'Fritz Lunzer diesen neuen Kunstsalon mit einer Gedächtnis» und Nachlaßausstellung der Werke seines Vaters, welche, unterstützt durch Bilder aus dem Privatbesitz, einen Überblick des Schaffens David Kohns bietet. Maler PßiCipp Triedricß Kaufmann, ein Sohn Isidor Kaufmanns, veranstaltet in der Galerie St. Lukas eine Kollektiv»Ausstellung, in welcher neben zahlreichen Landschaften, einige Interieurs und Porträts zu sehen sind. Den Ankauf der Originale, der in diesem Hefte publi» zierten Bilder und Plastiken — soweit sie verkäuflich sind — vermittelt der Verlag »Das Zelt«, Wien, I., Tegetthoffstraße Nr. 7/9. Redaktionsschluß: 15. Dezember 1923. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zelt« Verlag, G.m.b.H. — Verantwortlicher Redakteur: Eugen Hoeflich, Wien, XVI., Feßtgasse 17. — Druck: Gesellschaft für Graphische Industrie A.»G. (verantwortlich Karl Wrba>, Wien, III., Rüdengasse 11.