Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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PALÄSTINAREISE PALÄSTINA REISE ZEICHNUNGEN UND TEXT VON MALER JOSEF FLOCH Die Redaktion dieser Zeitschrift ersucht mich, Einiges über meine Palästinareise zu schreiben. Da ich kein Schriftsteller bin, will ich einige Stellen aus Briefen, die ich an Freunde geschrieben habe, abdrucken lassen. 20. April 1923. Da, in Tel Awiw, wohne ich bei prächtigen Menschen. Ich sehe und beobachte die ersten Kamele. Wie aus dem Wüstenboden sind sie gewachsen, voll Elastizität und Rhythmus, und herrlich gehören sie zu den Palmen. Ein Engländer, mit dem ich spazieren ging, sagte, sie seien häßlich. Ich hätt' ihn erschlagen können, den Kerl! Die Araber haben ganz recht,- mindestens sechzig Worte haben sie für Kamel. Sicher lauter Kosenamen. Und die Esel, braune, schwarze, graue und getupfte, kleine, so groß wie große Hunde, größere und größte. Die Europäer sagen, daß der Esel dumm ist. Keine Spur davon. Vor allem ist er ganz unpolitisch und trägt, was man ihm aufbürdet, weil er ja sonst Prügel bekommt. Kamele sind da anders, strecken den Hals und stoßen einen gurgelnden Laut aus, wenn's zu viel ist. Auch schnappen sie manchmal nach Eseln, wobei sie die Lippen weit schleudern und doch nicht beißen. Dann fressen sie skrupellos ganz stachlige Kakteen. 26. April 1923. Ich wohne bei meinem lieben Freund Viktor Kellner in Benjamina. Eineinhalb Stunden zu Fuß westlich liegt 18