Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1857)
- Date
- 1857-12-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. ZgN der beiden erwähnten Beschränkungen bewirkt werde." Bei der Abstimmung erklärte sich die Versammlung einstimmig für die Zuläss^keit dieses Antrag'S.- Jüngst ist uns dahier die Bekanntschaft des wackeren Herrn Senior Sachs, des bekannten neuen Herausgebers des „Xerem ekemeä" und anderer von gründlicher Gelehrsamkeit zeugender hebräischer Werke, zu Theil geworren, indem derselbe, auf einer Neise nach Paris begriffen, mehrere Tage in unserer Stadt verweilte. Derselbe gewann durch sein bescheidenes Wesen, das gewöhnlich dem wahren inneren Werthzur Seite zu gehen pflegt, alle Herzen, und unsere besten Wünsche begleiten ihn nach seinem neuen Bestimmungsorte. — Auch durch einen anderen Besuch wurden wir in diesen Tagen erfreut, nämlich durch denjenigen des Herrn Rabbiner'S vr. Lilienthal aus Ccneinnati. Da wir aus reform.itorischem Wege mit demselben etwas hart zusammengetroffen waren, so haben wir diese persönliche Begegnung, die so Vieles ausgleicht, mit besonderer Freude begrüßt. Aus Mannheim wird uns Folgendes berichtet: ,M wurde neulich im Theater ein Concert zum Besten der in Mainz Verunglnckten turch sämmt, liche Gesaugvereine hier gegebeu. Dazu war auch der Synagogenchor eingeladen. Die Vereine führten nämlich verschiedene Produktionen theils gemeinschaftlich, theils jeder einzeln, aus. Von allen diesen Svezial- Vortrage» nun erwarb sich das vorn Synagogenchor gesungene Lied „ein badisches Volkslied» von C. Kuhn, dem Ihnen bekannten trefflichen Dirigenten und Lehrer des Chor's, den größten Beifall, nicht nur durch die Sicherheit und Präcision des Vortrags, als auch durch die Schönheit des Gesangs, so daß dieses Lied nochmals wiederholt werden mußte. Der Avplaus ging nicht sveciell von Juden, sondern zunächst von Christen aus; die dichtgefüllten Räume erschollen vom gemeinsamen Beifall." „Eine andere Mittheilung wird Sie nicht weniger freuen. Die meiste Mühe um den Chor gibt sich nämlich Herr David Slberle sev. Derselbe ist wahrhaft opferfähig und begeistert für die Sache und besitzt deßhalb in hohem Grade die Liebe und Anhänglichkeit des ganzen Chores, der jere Gelegenheit benäht, ihm seine Verehrung zu beweisen. So wurde ihm bereits fntlier vou Seiten des Chores ei» Ständchen gebracht und kürzlich auf Chaunkka ein Ehrengeschenk und eine Adresse überreicht. Es ist dies gewiß ebenso ehrenvoll für die Geber, wie für den Empfänger und verdient ganz besondere Anerkennung deßhalb, weil die Mitglieder des Synagogenchores, die sämmtlich viel Zeit und Mühe auf den Synagogengesang verwenden, dafür natürlich'keinerlei Bezahlung erhalten und annehmen, selbst «och Kosten sich machen: ja sogar aus eigenen Mitteln den Dirigenten bezahlen, der ihnen den musikalischen ib5?. Gesangunterricht ertheilt. Gewiß ein seltenes Beispiel von Theilnahme und warmer Hingebung für die heilige Sache, welche zur Nachahmung für nähere und weitere Kreise aufgezeichnet zu wer. den verdient. — Der Synagogenvesuch ist fortdauernd sehr zahlreich."