Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 11 (November 1857)
- Date
- 1857-11-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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der Nabbnier-Wkttwen- und Waisen-Kasse. 329 Der Herr Vorsitzende dankt hierauf für das Zutrauen, wlches man ihm durch die erneuerte Wahl bewiesen. Mit dem, vm Seiten des Herrn Rabbiner Stein, im Namen der Versammlung, ausgesprochenen Danke an den Herrn Vorsitzenden, fir seine zweckdienliche und förderliche Leitung der Verhandlungen, werden diese geschlossen. Die Nedactionscommi ssion: Leopold Ztcin. S. KüMiud. «S. Die Verhältnisse der Juden zu Mm im Mittelalter. (Aus der zu Ulm erscheinende» „Kirchenfackel") (Nach Karl Jäger's „Schwäbisches Städtewesen des Mittelalters.") Die Juden in Ulm bewohnten eine eigene Gasse, hatten einen eigenen Kirchhof, und sogar das Reckt, ein eigenes Sigill zu führen, das in dem Zeichen einen Ochsen kopfes bestand. Keine Jüdin in Ulm .durste eine christliche Amme haben, und keine Christin sollte sich dazu hergeben. Auch sollte keine Christenfrau , in eines Juden Haus gehen, ausgenommen ihre Dienstboten. Vom Palmabend an bis zum Mittwoch in der Osterwoche und. am Frohnleichnamstag durfte bei einer Strafe von fünf Pfund Heller kein Jude aus seinem Hause, und sich auf der Gasse sehen lassen. Auswärts gestorbene Juden, wenn sie auf dem Kirchhof von Ulm begraben werden sollten, mußten beim Eingang in das Gebiet der Stadt mit drei Schillingen und vier Pfund Heller verzollt werden. In Bezug auf den Einkauf von Eßwaaren auf dem Markte, z. B. Obst, Fische, Hühner u. s. w., war es ein für sie sehr lästiges Gebot, daß sie nichts dergleichen weder auf dem Markte noch sonst wo betasten sollten, sie hätten es denn vorher gekauft. — Was den Judenschutz, die Schutzgelder und die Besteuerung der Juden betrifft, so verpfändete schon K. Ludwig 1324 die Judenstcuer in Ulm an die Grasen Ludwig und Friedrich von Oellingen, und gab dem Grafen Berthvld von Traisbach, seinem Liebling, über das Judenhaus in Ulm 1331 Brief und Siegel. Das Jahr 1343 war auch für die Juden in Ulm, wie anderwärts, ein unglückliches Jahr, und der Rath war nicht im Stande, die gereizte Menge zu zügeln. — Wahrscheinlich ging die Zahlung eines Schirmgeldes an die Stadt noch einige Zeit 26^