Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1857)
- Date
- 1857-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3129675-3129778-3129789--2174-3133146- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
288 Die Nabbiner-Wittweu- und Waisen-Kasse ihre bewahrte Teilnahme für dieselbe deren Aufrechterhält^ sichern. Dieser Vorwurf ist nicht uugegründet. Zur Errichtung der Casse haben sich 36 Rabbiner und Prediger angemeldet; drei davon wollten später von ihrer Beitrittserklärung nichts wissen, und vier sind, von der Errichtung am 1. Juli 185! bis heute, abgefallen z 29 sind derselben bis zu diesem Tage treu geblieben. Diese Zahl ist freilich sehr gering und bezeugt keinen großen Eifer von Seiten der zunächst Betheiligten selbst. Allein der Talmud schon sagt: IN^INV IM „Die Grube wird nicht voll von ihrem eigenen Saude;" der angreifbare Fonds allem, in welchen die Mitglieder einzahlen und woraus ihre Relikten wieder die Gehalte beziehen sollen, kann das Interesse für die Dauer nicht fesseln, abgesehen davon, daß manchem Rabbiner auch die verhättnißmäßig kleinen Einzahlungen drücken und der angreifbare Fonds leicht erschöpft werden könnte, wem, er zu gleicher Zeit mehrfach in Anspruch genommen werden sollte. Unsere Aussicht bei Gründuug der R.-W.- u. W.-Casse war daher ganz vorzüglich auf den unangreifbaren Fonds als eine Stiftung, als eine Anstalt der Wohlthätigkeit gerichtet. Würden derselben bedeutendere Beiträge zugewendet worden sein, hätte er znnächft nur über ein Capital von fl. 10,00 V zu verfügen, was so leicht hätte geschehen können, wenn in anderen Gemeinden nur ein Fünkchen von dem Eifer sich gezeigt, der in hiesiger Gemeinde sich wirksam erwiesen, so würde gewiß auch die Anzahl der beitretenden Rabbiner eine weit größere sein und werden, indem der Eintretende dann für seine Retteten eine Wohl» that zu erwarten hätte, wofür er verhättnißmäßig wenig beigetragen. Dieser Gedanke liegt sehr nahe, und ist bei dem schmalen Einkommen und der gewöhnlich nicht sehr glänzenden Lage w Rabbiner sehr entschuldbar. Leider haben wir uns in jener Voraussetzung bitter getäusch. Die meisten Gemeinden haben die Aufforderung von Seiten der Direction dahier gar keiner Antwort gewürdigt, andere haben erwiedert, sie hätten für ihre eigenen Rabbiner und Prediger zu sorgen — als wenn die Angelegenheiten der Wittwen und Waisen, und noch dazu solcher von Männern, die ihr ganzes Leben, oft unter großen Entbehrungen und Widerwärtigkeiten aller Art. der Verkündigung und Aufrechterhaltung unserer heiligen Religio» gewidmet habe», kein Gefühl, keine Theitnahme, keine aufopfernde Gesinnung zu erwecken fähig wären, die über die Pfähle der eigenen Gemeinde und die trennende Ringmauer der eigenen Stadt hinausreichte! — Man kann aus der Zusammenstellung