Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1857-09-01 · Heft 9 (September 1857) · page 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 9 (September 1857)
Date
1857-09-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3129675-3129778-3129788--2162-3133133
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Versöhnung der Gegensätze. lVers.-Tag-Schlußabend.) Licht und Finsterniß, Tag und Nacht, Morgen und Abend, das sind Gegensätze. Und also will jene liefe, von unerschöpflicher Weisheit erfüllte Geschichte der Urschöpfuug uns zeigen, daß in Gegensätzen die Welt sich bewege und aus dem Kampfe der Gegensatze sie sich immer neu gestalte; aber es gibt eine höhere Einheit, es gibt eine Versöhnung der Gegensätze, ^1 Und es ward. Abend, und eS ward Morgen — Em Tag. Beive, wenn auch entgegengesetzt, bilden dock ein Ganzes, gehören zusammen. Und so bildet die Welt, mit allen ihren Gegensätzen, ein Ganzes! und so bildet ^Weltgeschichte, mit ihrem Licht und Schatten, ein Ganzes; und so bilde jedes Menscheuleben. mit seinem Glück und Unglück, mit seinen Schmerzen und seinen Freuden, ein Ganzes. Und überall herrsche die Einheit und Jeder strebe durch den Aanlpf nach Frieden, und Alles finde seinen Mittel, und Anziehungspunkt iu dem einen und einzigen Gott— V^tt Mil und der Alst Gottes schwebe einigend über die wogenden Fluchen der Lebensgegensätze. Darum, sowie wir heute Morgen die Gegensätze des Lebens geschildert haben, so gelte jetzt, in dieser milden Abendstunde, unsere Schlußbetrachtung der Versöhnung der Gegensätze. Denn auch von dem Versöhnungstage gelte das Wort: 'INN />N'1 und es ward Abend, und es ward Morgen — Ein Tag. Auch er sei uns ein Versöhner der Gegensätze, ersohne das Gestern aus mit d em H e u t e. er söhne das Heute aus mit dem Morgen, daß von ihm in beiden Beziehungen gesagt werde: und es ward Abend, und es ward Morgen, Ein Tag. Lasset uns diese beiden Fäden, wie Zettel und Einschuß, am Webstuhl unserer Gedanken befestigen und daran das Gewebe der manichfaltigen Gegensätze weben zu einem einheitlichen Ganzen. Der Geist, der da webte über den Finthen, helfe uns bei diesem heiligen Geschäfte! —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.