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Der israelitische Volkslehrer · 1857-09-01 · Heft 9 (September 1857) · page 18

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 9 (September 1857)
Date
1857-09-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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52 Di? werdend« Schöpfung. damit es nicht seinen schlechten Saamen ausstreue in die Hoffnung des nächsten Jahres, also wollen anch wir auf dem Felde unseres Herzens das Unkraut sammeln und eS verbrennen in der Neue Gluth, damit es nicht neuen Saamen streue in die heilige Gottcssaat des morgenden Tages. Und die Menschcnseele, womit Gott einst die werdende Schöpfung so herrlich' gekrönt hat. sie stehe verjüngt da. Sie selbst V"N NQ^2 ein Hauch ans der Seele alles Lebens, athme morgen eine reinere Luft ein-, alles Irdische bleibe ihr ferne. Da theilen sich die verhüllenden Nebel; ^ln or^ ruft es ans den Höhen! ^Vasin or!« antwortet es aus den Tiefen. Im Menschen lenchtet ans das Licht seiner Seele, — II. Und in der Seele leuchtet auf —das Licht der Religio». Die Erde hat Gott einst erleuchtet durch den Menschen, und den Menschen hat er erleuchtet durch die Erkenntniß Gottes. In das Dunkel der ersten Menschenseele hinein rief Gott: ^lolü or!" und der erste Mensch erkannte seinen Schöpfer! — Das war die Uroffenbarung Gottes, seine wundervolle Belehrnng an den ersten Menschen, daß er Gott fühlte, schaute, daß er mit seligem Blicke die junge Schöpfung betrachtete, die im Schinncke des Paradieses vor ihm lag und dann noch einen seligeren Blick znr Höhe richtete, nnd die erste Thräne in sein menschliches Auge trat, die Thräne der Rührung, daß die Welt so schön, des Dankes, daß Gott so gut sei. Und diese Thräne war das erste Opfer des Menschen, und es gefiel Gott; und als die Sonne in ihr sich spiegelte, sah Gott das Acht, wie schön es sei; denn es begegneten sich in dieser Thräne Gott und seine Schöpfung zu heiliger Verbindung. — Als aber die Menschen fielen und die Natur vergötterten und Gott zur sinnlichen Natur herabzogen; als die Erde wieder ward wüst' nnd wirr', und Finsterniß brütete über dem Abgrunde menschlichen Irrwahns, da rief der Herr wieder in vas „l'olnl VVubolm" hinein: „Mi orZ« —und vom Sinai aus verbreitetsich ein Licht über die Welt, das nie erlöschen wird, und «on oeil Strahlen jenes Achtes webten die Engel des Friedens ei» leuchtendes Gewand für die gesammte Menschheit. — Und ein glänzender Faden dieses Strahlenkleids ist der morgende Tag . der Tag der Versöhnung. Er hat unendlich

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