Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 9 (September 1857)
- Date
- 1857-09-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2Fg Rundschau. In Beziehung der in Chicago zu beschenden Stellen (vgl. vor. Heft, Ende) theilen wir aus einem empfangenen Circuleur ä. l. Juni o. I. Fotqendeö mit: „Die Wahl Kr erwähnten Beamten wird am 27. September <?. stattfinden, und die Functionen sind mu 4. November zu übernehmen, Sllle Bewerbungen sind an Herrn M. M. Gerstley Hierselbst zu adressireru „Damit übrigens jeder Bewerber sich eine richtige Vorstellung von den hier ausgeschriebenen Stellen mache, und den Werth derselben richtig;u würdigen im Stande sein möge, erlauben wir uns folgende Bemerkungen nachzuschicken: „Die Stadt Chicago zählt ungefähr t20M0 Einwobner, und ist ohne Zweifel (in Rücksicht auf ihre geographische Lage) bestimmt, der connnercielle (>entra!punkt de6 Nordwestens ans diesen, Festlande zu werden. Sie hat nicht bloö Kapitalisten und nnternehmuugsvolle und thatkrästige Männer augez»- gi^n. weit sie Handelsvortheile darbieter, sondern auch weil der sociale, moralische und religiöse Sinn ihrer Bürger mit ihrem Reichthum und ihrem raschen Aufschwung gleichen Schritt gehalten. »Unsere ReligionSgenossen, die Israeliten Chicagos, stehen als eine moralische und religiöse Gemeinschaft ihren übrigen Mitbürgern völlig gleich. Sie haben eine Stellung in dieser Stadt gewonnen, die einen jeden aufrichtigen und treuherzigen Israeliten stolz machen mag selbst auf den Name», den er trägt. Es leben hier etwa 5VV jüdische Familien und es bestehen hier zwei jüdische Gemeinden, vier jüdische Wohlthätigkeit^anstalten und literari, sche Gesellschaften. Die Gemeinde Ansbe Maariv nimmt unter ihnen einen hervorragenden Nang ein und zahlt ungefähr 100 Mitglieder. Doch ungeachtet ihrer blühenden Verhaltnisse, die sie der Aufrichtigkeit, Jutelligen; und Freisinnigkeil ihrer Mitglieder sowohl, als der übrigen Israeliten Ehicago's verdankt, mag es wohl Erwähnung verdienen, daß unsere Gemeinde, wie sie jetzt steht, erst in ihrer Kindheit sich befindet und mit Spannung und Hoffnung ihrer besseren Bestimmung entgegenharrt. Die Mitglieder, tief durchdrungen vml der hohen Wichtigkeit ihrer religiösen Angelegenheiten, wissen zu wohl wie höchst wohltyätig, ja wie unerläßlich nokhwenvig ihnen ein Mann ist, der mit den Fähigkeiten eines Gelehrten begabt ist, ein achimic^- werther Mann, der es verdient, ihr Führer und Leiter zu sein, ein Geistlicher, dessen hohes Streben e6 ist, auf die heranwachsende Generation einen wohlthätigen Einfluß zu üben, und ihr Herz für die Wichtigkeit unserer Religion und für die unerschütterliche Anhänglichkeit an den Glauben unserer Väter zu begeistern. Es bietet sich hier ein groffes Feld der Wirksamkeit dar, und eine fleißige Hand ist erforderlich, um es gedeihlich zu machen; doch ist es keinem Zweifel unterworfen, vaß ein tatkräftiger und wisseuschaftticher Mann, der sich mit voller Seele seinem heiligen' Berufe widmen wind?, recht bald eine reiche und segensvolle Ernte als entsprechenden Lohn für seine Bemühungen finden wülve. Er könnte sich eine der hervorragendsten Stellungen gewinnen, die selbst mit seinen kühnsten Wünschen Schritt halten würde, und konnte in angemessener Wnrdiguug von einer gebildeten Gemeinde die Lorbeeren empfangen, die fein ausrichtiges Streben und Bemühen verdient." (Auffallend bleibt es, daß der Termin so kurz gesetzt ist. Doch entnehmen wir einem Begleitschreiben, ä. ä. 2S. Juni, daß derselbe verlänger», und nach Besund auch die Gehalts- und sonstigen Bedingungen verbessert werden können. — Red.) - 5KM^°->---