Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8 (August 1857)
- Date
- 1857-08-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Die werdende Schöpfung. Denn, meine Freunde, so trüb in vielfältiger Beziehung die Gegenwart erscheint, so umflort die Zukunft sich unseren Blicken darstellt, das ist gewiß, unter mächtigen Gährungen und unter dem Walten des schassenden Gvttesgeistes bereitet sich eme neue, herrliche Schöpfung vor, wozu die Urstoffe. wenn auch nych ungeordnet, doch in reichlichem Maße vor unseren Augen liegen. — Nun, m. gel. Z., wisset ihr schon, welches heilige Wort der Schrift ich meiner heutigen Betrachtung zu Grunde legen will. Gestern den ersten, heute den zweiten Vers der Schöpfungs. Geschichte, der da lautet: "INN nrm VldiNI "Und die Erde war wüst und Witt, , . , und Finsterniß über der Fläche des N^^v .MNN Abgrunds, doch der Geist Gvttt- .^^^ ^tz-^N schwebte über der Oberfläche der Ge. lvässer." — Der Geist Gottes über dem »7o!m Vabolm« unserer Tage! Das sei der heilige Gegenstand unserer heutigen Neujahrs. berrachtung! Einer unserer Weisen sagt: Q^N ^2 mit dem Sommerhalbjahr habe die Welt begonnen; ein Anderer aber sagt: tt'QI 'I^N^ es habe die Welt begonnen mit dem Winterhalbjahre. Beide haben Recht. Denn die neue Schöpfung, vollendet hervorgegangen aus Gottes Hand, die können wir uns nur denken im Blüthengewande des Frühlings. Die Schöpfung aber, werdend unter gewaltigen Stürmen, diese erinnert an die winterliche Jahreszeit, welche die „Samen der Dinge" aufnimmt und unter stürmischen Kämpfen den Lenz gebärt. Eine solche Zeit ist auch die unsere. Wir wollen sie uns heute, da das Fest einen Abschnitt macht, zu ruhiger Betrachtung auffordert, in ihren betrübenden und erfreulichen Erscheinungen, zu recht klarer Anschauung bringen. Im ersten Theile meines Vortrags nämlich wili ich euch das traurige »Loku V^akoku,« den wüsten und wirren Zustand unserer Tage, zeigen, im zweiten Theile aber wehe uns belebend an der »Rusek Llokiw,« da will ich euch zur Anbetung des GvtttSgeiftes führen, der über den bewegten Finthen dieser Zeit unverkennbar waltet. Dabei unterstütze uns Gott! Amen.