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Der israelitische Volkslehrer · 1857-08-01 · Heft 8 (August 1857) · page 20

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 8 (August 1857)
Date
1857-08-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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272 Rundschau. ein unentbehrliches Hilfsmittel zu seiner praktischen Fortbildung. weßwegtn er vorzüglich de» Volkslehrer hält. Nun ist es gewiß anerkannt, daß dn Volkslehrer seit seinem Bestehen OVN Nj) viele wissenschaftliche Aufsätze und Abhandlungen von hochgeachteten Gelehrten gebracht und dadurch schätzenöwerthe Beiträge zur Entwkckelung deS Judenthums geliefm hat. Allein dürfen deßhalb Predigt. Homilie ic., die de» eigentlichen Kern des LehrerberufeS bilden, ihm entzogen werden? —Ich glaube dal,er im In. Wesse gar mancher meiner College« diese Anregung gemacht zu haben, unk wäre es sehr wünschenSwerih, wenn daS Versäumte nachgeholt würde, damit der Volkölehrer. der sich schon so viele Freunde erworben und manichfachn Nutzen gestiftet, immer mehr gewinne an Theilnahme und immer mehr werbt, was seine Tendenz ist: „ein Organ zur Läuterung der rellgivstn Erkenujiijß sowie zur Förderung religiösen Sinnes." — E. . . . ch. (Andere Wünscht gehen dahin, die Homilet. Gaben ganz zu entfernen. Allen gefallen ist schwer. Die verschiedenen Leserklassen müssen auf sich wechselseitig, und alle auf deu Herausgeber billige Rücksicht uehmen. — Red.) Aus -Oesterreich, im Juli. lCorresp.) — 2n Wien manifestirte sich jüngst das judische Bewußtsein bei Errichtung einer höheren Handelsschule. Der Fond wurde durch freiwillige Beiträg» herbeigeschafft. Die Juden brthel. ligten sich dabei, jedoch mit der Bedingung, daß nicht blos die Schule jüdischen Schülern offen stehe. — bekanntlich standen den Juden in Oesterreich stets die unteren und die höheren Schulen offen — fondern, daß auch jü> dijche Lehrer angestellt werden. DK Comitemitglieder beschlossen jedoch stillschweigend, daß der Director und der Lehrer der Geschichte Katholiken sein sollen, um keinen Anstoß zu geben. In letzter Zeit, wo man daran gehet die Stellen zu besetzen, erheben sich jedoch von christlich clericaler Seite aus Schwierigkeiten dagegen und man will die Juden auch da vom LehreraM ausschließen. Demgemäß haben viele Inden zunächst die Einzahlungen suspendirt und wollen der Bedingung gemäß erst dann zahlen, wenn die Frage günstig entschieden ist. Ueberhaupt werden i>- letzter Zeit mit außerordentlicher Vehemenz die Angriffe gegen die Juden gemacht. Die Vorgänge in Belgien zeigen übrigens wie weit jene Partei gehen wit! uud eS werden dadurch auch Manchem hier die Augen geöffnet. - Eigeuthnmlich betroffen war jüngst die clericale Partei durch daS Re. sultat der Conscription, hier stattgefunden. Man hat gefaselt, daß in dir Residenz 30 bis lVMV Juden leben; jetzt stellt es sich heraus, daß in Wien blos IS.3S7 jüdische Seelen find. Aus Nord-Amerika. - In Chicago. Staat Illinois, im Norvwesten der Vereinigten Staaten, wird bei der Gemeinde „Ensens Mari?'' ein Rabbiner und Prediger/ dann auch ein tüchtiger Lehrer, der als Vorsänger und Chorführer fungiren könnte, gesucht» Gehalt für Erstereiu lvvv Dollars, mit etwa 200 Doll. Accidenzien und in Aussicht gestellt» GehaltS-Erhöhung. für letzter», 300 Doll. Es scheint diese Gemeindtin bedeutendem Wachsen begriffen und der dort herrschende Sinn ein sehr guter zu sein, wie solches aus einem gedruckten Circulair und beigefügtem Briefe, die wir im nächsten Hefte geben werden, hervorgeht. — Wir find beauftragt, aNenfallsige Bewerbungen entgegenzunehmen. — D. Red.

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