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Der israelitische Volkslehrer · 1857-08-01 · Heft 8 (August 1857) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 8 (August 1857)
Date
1857-08-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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260 Eiu Urtheil über ein Urtheil. Angriff mir völlig fremd war, und mir die groben Invektiven gegen mich, womit Holdhcün, zwischen welchem und mir, nach der zwischen uns gepflogenen Correöpondenz. AlleS wieder in'S Gleicht gebracht zu sein schien, jenen Angriffen antworten zu müssen glaubte, im höchsten Grade auffallend waren! —Da ich nun in jenem Organe (Berliner Wochenblatt für jüdische Interessen) die, von der Redaction bestätigte Erklärung abgab, daß der in Rede stehende Angriff nicht von mir herrühre, und Herr H. dennoch behauptet, ich hätte ihn in jener Zeitung „verfolgt," so geht daraus hervor, daß er entweder meiner öffentlich abgegebenen Versicherung keinen Glauben beimißt, oder wider sein besseres Wissen eine Unwahrheit niedergeschrieben. Gegen das Erste« müßte ich mich feierlichst verwahren; daS Zweite, waS ich lieber nicht annehmen möchte, würde nur einen neuen Beweis liefern, daß nicht umsonst in der Tora tt^l nebeneinander stehe, und daß wer fremdes Gut sich unrechtmäßig aneignet, eS auch mit der Wahrheit nicht allzugenau zu nehmen pflegt.— Doch wir haben der Welt noch einen anderen Beweis zu geben, wie Herr H. mit der Beurtheilung seiner College» umzuspringen gewohnt ist. Buchstäblich „umzuspringen!" Denn heule verspricht er denselben Lob und Verherrlichung, weil er mit ihnen zufrieden ist oder sie fürchtet; morgen — da mißfallen sie ihm, da glaubt er sich von ihnen „verfolgt," und stehe! da macht er einen Sprung, und der „Synegor" wird ein „Kategor/ der liebespendende Engel wird ein satanischer Ankläger. — Ist DaS möglich? fragen unsere Leser —mehr als erstaunt — entrüstet! — Ja. es ist möglich, es ist wahr! —Wie wir oben bemerkt, war zwischen mir und H. Alles ausgeglichen; er hatte mich beschuldigt, ich trüge längst einen Groll gegen ihn im Herzen; ich ver« sicherte ihm in den wärmsten Worten deS GegentheilS, wieß auf die günstigen Urtheile hin, womit ich stets in meiner Zeitschrift (vgl. Zg. I. S. 165—168 u. a. a. O.) seiner gedachte, und er schrieb mir: „ich sehe, daß Sie versöhnliche Gesinnungen hegen/ Wie konnte, wie durfte er annehmen, daß ich, nachdem ich mich so gegen ihn geäußert, so Perfid sein könnte, in einer Berliner Zeitung, und noch dazu in einem Partei-Organe, den Angriff gegen ihn anonym zu erneuern? Es macht Herrn Holdheim's Denkweise durchaus keine Ehre, daß er einen, in Rede nnd Schrift stets als wahrhaft und offen bewährten Collegen solch schmählicher Handlungsweise für fähig Hält!-Jn jener Zeit nun (v. 3. Dec.) schrieb mir derselbe Folgendes: „ich Sin mit einer Arbeit beschäftigt: „Die religiösen Bestrebungen der Mischen Reform-Genossenschaft in ihrem Zusammenhange mit

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