Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8 (August 1857)
- Date
- 1857-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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d.Äudenthums iu ChristenthmnS zueinander. Lö7 ihre ewigen Gesetze gebotenes. Wollte übrigens der Hr. Äerf., dem wir eS sehr Dank wissen, daß er unserer Schrift seine freundliche Aufmerksamkeit zugewendet hat, sich in den jüdisch-reformatvrifchen Schriften der Neuzeit weiter umsehen, so würde er fin- 5m, daß diese, weit entfernt, ihr Princip von außen her zu documentiren, dasselbe aus dem eigensten Leben und Weben deS Zndenthums herholen, und zwar auö dem geistig-crfaßten Nerv des talmudtsch-traditionetlen Lebens selbst, welches dem Zeitbedürfnisse und dem innersten Drange des Volksbewußtseins folgend, schöpferisch und gestaltend wirkte. Unsere Zeit bedarf anderer und neuer Gestaltungen; aber das Princip des in der Synagoge wirkenden und ewig schaffenden Geistes ist und bleibt dasselbe. — Am allermeisten aber müssen wir uns dagegen verwahren, daß das Judenthum „durch die allmähllge Aneignung christlicher Grundsätze" sich vervollkommnen und am Ende mit dem Christenthume verschmelzen müsse! —Wir fragen, welche Grundsätze warm dieses, die das Judenthum aus sich selbst nicht hatte? Die Lehre von Gott, welchen uns unsere heil. Schriften, ganz der Natur gemäß, in seiner furchtbaren Größe wie in seiner allliebmden Barmherzigkeit darstellen, bildet das wahre und innerste Zein des Judenthums: die Lehre vom Menschen, als einem im Ebenbilds Gottes geschaffenen und zur Gottähnlichkeit bestimmten Wesen, steht an der Spitze unserer Gotteslehre — von der „Erbsünde" und all den bedanerlicheu „Grundsätzen," welche damit zusammenhängen und die keineswegs einen, „die christliche Gemeinschaft durchwehenden freien Geist" beurkunden, wissen wir Gottlob nichts; die Lehre vom.„ewigen Leben" wird auf unserem Gebiete in rein humanster Weise dargeboten, indem selbst das orthodoreste Judcnthum den „edlen Menschen aus allen Nationen« die ewige Seligkeit gewährleistet, welche dereinstige Verbindung aller Edlen im Himmel die Brüderlichkeit auf Erden bedeutend fördern muß; die Lehre von der praktischen Menschenliebe wird durch unsere WohlthatigkeitSanstalten, durch unsere Armenversorgung, durch unser Familienleben, sowie durch unsere Beteiligung an den Angelegenheiten des engeren und weite-