Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 8 (August 1857)
- Date
- 1857-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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254 tt,'bev die gegenseitige Stellung junge) Geschlecht, ist auf eine in ihrer veredelnden Tendenz der (s. h. den) Inden ins allgemeine Volksleben verpflanzenden Zeit unmöglich sott zu vererben; darüber täusche sich Niemand! Alle dahin zielenden Bestrebungen sind vergeblich: denn sie sind gegen die Natur." „Mit diesen Ansichten und Grundsätzen des Herausgebers welche den neuesten Bestrebungen in den verschiedenen christlichen Kirchen gegenüber nnr um so emvfehlenslvenher erscheinen, bin ich vollkommen einverstanden, glanbe aber auch, das? das Judenchum ans diesem Wege von selbst dem — natürlich nicht kirchlich dogmatischen, sondern in seinem ursprünglichen Geist und Prm? cip aufgefaßten Chnstenthnme sich immer mehr nähern und seine Vereinigung mit demselben anbahnen werde. Schon der Drang, das tief gefühlte Bedürfniß nnd das lant ansgesprochene Verlangen nach Reform und nach Verjüngung ist ein Beweis, daß das Iudenthum seinen alten Charakter, der, wie der Verfasser selbst zugesteht, ans Abschließung ausging, abgelegt hat; daß eö seiner Fesseln sich zu entledigen und über sich selbst hinauszukommen strcbc. Das Prineip der Reform und des Fortschrittes ist aber ein christliches Princip. Wir begrüßen darnm freudig das junge, vorwärts strebende Judenthum; es wird dnrch Fortbildnng auf seinem eigenen Grund und Boden weit eher und sicherer zu dem auch von uns gewünschten Ziele kommen, als durch die zudringlichen und bekehrungssüchtigen Iudenmissioneii, mitreist welcher man den Inden das Christenthum als Lehre und Dogma aufnöthigen will, während man den Judendruck im Leben fortbestehen laßt, den Vekennern des inosaischen Glaubens hartnäckig das Slaatsbnrgcrrecht verweigert und durch diese Engherzigkeit das Christenthum bei denjenigen verdächtigt, die man zu demselben zu bekehren beabsichtigt. — Unter dem Einflüsse dtt. trotz der theologischen Erclusioität (Absonderung), die christliche Gemeinschaft durchströmenden liberalen Geistes, von welchem es fortwährend angeweht wird, und durch die allmä'lige Aneignung christlicher Grundsätze muß das Jndenthum, ohne Abfall von sict selbst und ohne vermittelten Uebertritt zu Christenthum, aus sich selbst heraus sich vervollkommnen und sich so, ohne es zu wissen