Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Rundschau. die in's Rilualc übergegangen sind. Daß man aber auö der Göttlichst!? der talmudischen TraritionSlehre. namentlich den Karäer« gegenüber, kein? besondere Grundlehre formulirte, bleibt immer ein denkwürdiges Wo. meur, und das ist es. was wir constatiren wollten. Aus New-NorL haben wir in diesen Tagen von unserem Freun!^ Herrn Vi-. Adler unmittelbar Nachricht erhallen. Derselbe ist vvu seine? Gemeinde aufs Herzlichste empfanget; worden-, man hat ihm seine Wohlig herrlich eingerichtet, und Alle wetteifern, ihm Leben und Wirken angenehm zu machen. Er predigt unter wachsender Anerkennung, nicht bloS in dem Fmanuel-Tempel, sondern auch in anderen Synagogen, ja — hört! —auch in orthodoren Gotteshäusern mit großem Beifall. Er schreibt unter Ak!;-- rem: „Ich tun überzeugt, daß wenn eine Regeneration des Iudenthumz. d h. eine wahrhafte Reform, Leben und Wirklichkeit erlangen und nach nach über die Massen sich verbreiten soll, sie nur in dem Lands gebore« werden kann, wv die Ueterzeugung fessellos sich aussprechen und gelles machen darf. Freilich ist hier noch Alles im gälirendcn Chaoö. Aber ors dem l,5hä»S hat der Schöpfer einst seine herrliche Welt hervorgehen lassen. Nur Männer braucht'S hier, die Etwas gelernt haben und es ehrlich meinen. Die Macht der Frömmelnden ist äußerst gering; aber die Macht tez freien Wortes, aus einer tiefen UeberMgung stammend, sehr stark hier selbst auf die Gemütker der Gewohnheitsmenschen. Ich habe vor ein Paar Bechen bei einer Gemeinde gepredigt, deren Cultus. den tZhor abgerechnet, »och vollständig mittelalterlich ist, und ich glaube, daß die Predigt einen wirkenden Eindruck gemacht hat. Es ist sehr leicht möglich, daß dies« Gemeinde sich uun auch entschließt, einen deutschen Rabbiner zu berufen, und möglich auch, daß mir einiger Einfluß dabei gegönnt wird. Am jüngsten Sabbatb habe ich in der iZlynten-Street-Svnagoge — HO^-Gemeinde — gepredigt. Dort führt neri' das mittelalterlichste Mittelalter das Scevter. Dennoch höreir die Leute gerne ein erweckendes Wort, und ich habe sie ordeni lich aus dem Schlafe gerüttelt. Was meine eigene Gemeinde anbelangt, s^' ist bereits des Guten und Herrlichen sehr viel in ihr geschaffen; noch f«h!c es uns an einer tüchtigen Religionsschule' doch auch dafür, hoffe ich, t?i:t Räch geschafft werden. Die amerikanischen (Zollegen habe» sich bis jetzt all? freundlich gegen mich benommen.« Darmstadt, im Juni!8S7. (Corr^p.) - In einem benachbarten Blatte befand sich jüngst ein Artikel, der gar sonderliche Dinge enthielt.- Da heißt eS: 81 israelitische Gemeinden glicht mehr und nicht weniger?' wollen sich von Darmstadt trennen.» So viel wir wissen, sind eS weder 81. noch lauter Gemeinden, sondern meist einzelne Personen aus Gemeinrni, von selbstsüchtigem PharisaiSmnS irregeleitet, von denen jenes Lamenw aus geht. - Darmstadl leistet übrigens gerne Verzicht auf so manche Anhängsel der Rohheit und Umvissenheir. — Der Artikel sagt aber weiter: -In PfunZ'