Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1857)
- Date
- 1857-06-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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174 Aus dem Osten Diese Deputation überreichte Sr. Hoheit eine Petition der Israeliten, auf Pergament geschrieben, in 4 Sprachen, nämlich Rumänisch. Hebräisch, Französisch und Dentsch, in einem seivemn Kutteral in Nationalfarben (blau, gelb und roth). Sie war in den Zvnagogen vorgelesen, unterschrieben und mit dem Sitgl! beider Gemeinden, der spanisch-polnischen und der polnisch-spa„i. scheu, versehen worden. Vom Kaimakam aufgefordert, las Hr. Julius Barrasch Folgendes vor: „Hoheit! — Zn dem Augenblicke, da die Fürstenthümer dti Moldau und Wallachai. gemäß dem Pariser Vertrage, einer Nni. bildung entgegensehen, schließen die Israeliten sich den GebM des Lahdes au; sie flehen zu Gott, daß daS Ganze Allen M Heil gereichen möge." „Wir haben genug gelitten, um an Anderer Leiden auch Tbeil zu nehmen. Wir haben die Schmerzen der Nation mit empfunden; wir werden daher auch wohl deren besseres GeW theilen dürfen." „Bisher ohne gesetzliches Recht, erwarten wir Gleichheit dir Rechte, wie solche unsere Glaubmsbrüder in einem großen Thtile Europas besitzen. Wir erhoffen dieselbe mit um so stärkerem Vcr. trauen, als Duldung der Grundzug unserer Zeit ist, als diese sich hier bei mancher Gelegenheit erwiesen hat, noch ehe andere Gegenden sich ihrer rühmen konnten, als Israels Freiheit stets Hand in Hand ging mit der Gesittung der Völker, als die Er. fahrung lehrt, daß dieselbe stets dem Lande gefrommt hat, vas sie gewahrte, als die Erziehung rasch die Kinder derjenigen ausrichtet, welche das Unglück niedergedrückt hat, und als die Israeliten gegen das Vaterland, daS sie aufnimmt, die entschiedenste Treue entfalten." „Wir verlangen also gleiche Rechte mit Andern, und vtrxflichten uns auch, wenn man nur unseren Glauben acktet, zu gleichen Pflichten. Die Moldau-Wallachen dürfen, indem sie unS solche gewähren, darauf rechnen, in uns Brüder zu finden." ..Wir bitten inständigst Ew. H., unter dessen Obhut die gewünschten Umgestaltungen geschehen werden, unser Gesuch zu ge-