Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1857)
- Date
- 1857-05-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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von vr. Steinheim. IÜÜ in der Strenge, wie sie eö sein sollte, ist. von uns bekämpft. Deßhalb ward sie. im I. Th. unserer Abhandlung vor unser Forum gezogen und gerichtet. Sie ward in mehreren Hauptlehrpunkten in Widerspruch mu dem Grundbegriffe der Offenbarung munden, und insofern der Censur unterworfen. Nunmehr wenden wir uns gegen den erklärt?,, Feind der Offenbarung, gegen den Nationalismus, gegen die ausgesprochene Heterodorie der Aufklärung, von M. Mendelssohn zuerst in unserm Jahrhunderte bei uns ein-, und von seinen Nachfolgern bis zu idrem Ertreme ausgeführt. Diesen pronuncirten Abfall von der gtoffenbartm Lehre, mit seinem Streben in den vollendeten Atheismus, haben wir zu analvsiren, und seine Bodenlosigkeit nachzuweisen. — Der Rationalismus im Judenthum hat die Offenbarung, als solche, geleugnet und verworfen; an die Stelle des Gottes, der sich auf eine wunderbare Art unfern Vorfahren durch Mosel) und die Propheten kund gethan, hat er einen Gott eingesetzt, den er durch seine Vernunftoperationen aufgefunden und ausgebildet hat. Dieses, anfangs des Jahrhunderts und noch früher eingeleitete Werk, hat die Gegenwart weiter ausgeführt und vollendet. Viele Meister m Israel dachten und denken, daß man, wenn man in sich allein Neigung und hin-. längliche Kraft verspürt, keiner Hülfe von Außen bedarf und annehmen soll. Wer bediente sich wohl der Krücken, so lang er noch gute Beine hat? Wer der Brillen, so lang er noch gute Augen besitzt? Dabei will es mich bedünken, als wenn der Stifter der rationalistischen Sekte nicht daran gedacht habe, oder darauf ausgegangen sei, eine Übereinstimmung jeines PhilosophemeS mtt der. OffenbarungSlehre herzustellen, oder Diese mit Jenem in eine nämlich: „die Offenbarung nach dem Lehrbegriffe der Synagoge," bereits vor zwei Decennien herausgegeben, und: ..die Glaubenslehre der Synagoge a!S erarte Wissenschaft." im v. I. erschienen, auseinander gelegt lM — Ettircheim'S Grundgedanke ist: die Vernunft kann das Dasein eines Gottes a!S WeltschöpferS, und dttß ist das Schibboleth des biblischen Gottes, nicht aus sich csnstruire»; im Gegentheilc kommt sie, aus sich heraus, indem sie Schöpfung a»S NichlS iu Abrede stellt, eher ,u einem entgegengesetzten Rtiultate. und ,etzn die Materie, die Welt, gleich ewig, was auf eine Negttling Gottes hinausläuft. Unser Wissen von Gott als vorwelllichem Schöpfer muß daher nochwendig auf Offenbarung, göttliche Mittheilung stch grnnden. Wir komme» auf diesen bedenlungövoUeu Gegenstand, in der dennmchst in S. Lt. tr-ichemeuden, besonderen Anzeige der oben genannten zweiten Schrift iuruck. Anm. d. Red.