Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 4 (April 1857)
- Date
- 1857-04-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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auf Gutmann e. Gratz. l35 als Stadtname ist eine sinnlose Leseart und daß man dafür Chatulon sttbstituiren müsse; denn an den meisten Stellen, wo diese nahe bei Ptolomais gelegene Stadt in Josephus vorkommt, hat selbst unser Tert Chabulo oder Chabolo (vita 43 u. 44 jüd. Kr. III. 31 verql. die Haverkampschen Noten dazu). Herr Schwarz, auf den mich Herr Ree. verweist, ist für mich nicht Autorität genug, aber gesetzt auch, es gäbe noch heute einen Ort in der Nähe von Dhesa-Amar mit Namen A5n-Zabulon. so verschlägt das gar nichts für den von JosephuS wiederholcntlich bei Ptolomais verlegten Ort. Ich bleibe vaber, Zabulon, den Namen eines Stammes, einer Stadt beizulegen, ist eine sinnlose Lescart, die erst später in den griechischen Text hineincorrigirt wurde. S. 398 habe ich keineswegs gesagt, Sepphoris sei zur Zeit des Ausstandes von Heiden, sondern nur von Fremden, d. h. von später eingewanderten Römerfreundlichen Inden bevölkert gewesen. Damit erledigt sich der Einwurf des Ree. S. 399 soll ich Banus, bei dem sich Josephus drei Jahre aufgehalten irrthümlich zum Essä'er gestempelt haben, da der Geschichtschreiber ihn eben so gut von dcnEssäern, wie von den Pharisäern und Sadducäern unterscheidet, mit denen er vor seinem Umgang mit Banus verkehrt haben will. Der Nec. meint daher, dieser Banus müsse eine vom Essäismus verschiedene philosophische Mchmng gehabt haben. Meine Meinung aber ist, daß auf Josephus' Bericht von seinem Verkehr mit den Anhängern der drei Sekten gar nichts zu geben ist. ich halte ihn für eine ruhmredige Mystifikation, um das griechisch lesende Publikum — und nur für dieses hat er die Selbstbiographie wie den jüdischen Krieg geschrieben — glauben zu machen, es eristiren im Iuoenthume drei Philosophenschulen deren Weisheit er, der Hochgebildete, in sich aufgenommen, darum unterläßt er nicht bei dieser Gelegenheit zu bemerken, daß die Pharisäer den Stoikern ähneln. Wir wissen aber jetzt besser, was dies Trihäresion zu bedeuten hatte, daß sie mit Metaphysik und Ethik nicht viel zu schassen hatte, sondern daß die Pharisäer Orthodoxe waren mit einem ungeschriebenen Schulchan- Aruch im kleinen Maaßstab. die Sadducä'er gegen diese Orthodoxie und endlich die Essäer mystische Hyperorthodore. Was diese lehrten, oder richtiger wie diese lebten, war weit entfernt «in philosopisches Akroamaticon zu sein, das man sich nur durch jahrelangen Umgang aneignen könnte; ferner herrschte zwischen Sadducäern und Pharisäern eine solche Differenz in der religiösen Praris, daß Niemand zugleich, daü Eine und das Andere sein konnte. Ich wiederhole, daß ich diesen Zug in Josephus Selbstbiographie für eine Charlatanerie halte und habe ihn daher