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Der israelitische Volkslehrer · 1857-03-01 · Heft 3 (März 1857) · page 35

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3 (März 1857)
Date
1857-03-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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s. Kann ein talmudifcher Aitssprnchf eine talwttdische kernhafte Sentenz, als Text zu einer Predigt verwendet werden? (Von vr. DreifuS, herzogt. Landrabbiner zu Meiniiigen.) Vielleicht wird Mancher die in der Überschrift gestellte Frage für überflüssig halten, weil er diese in der Thatsache erledigt sieht, daß die verhältnismäßig sehr reiche israelitische Predigttiteratur keinen Anlaß zur Erörterung dieser Frage biete, da in den zahlreichen und vorzüglichsten Predigtsammlungen keine Beispiele gegeben sind, die eine Erörterung der erwähnten Frage veranlassen und hervorrufen. (Pleßner ausgenommen — Ned.) Allein abgesehen davon, daß die gedruckten Predigten keinen sicheren Maßstab verleihen, in welcher Form die weit überwiegende Mehrzahl der'nichtgedruckten erscheine, so liegt, wie in vielen anderen Gegenständen, in dem Nichtvorhandensein kein vollgiltiger Beweis für die Richtigkeit einer Sache. — N'dN U'tt v'tN — Der Prediger soll und darf sich bei einer seiner wichtigsten Obliegenheiten nicht von einem dunkeln Gefühle, von einem unklaren Bewußtsein leiten lassen, sondern muß mit klarer Erkenntniß und mit vollem Bewußtsein auf dem Gebiete seiner Thätigkeit sich bewegen; er muß nöthigenfalls eine klare Antwort in Bereitschaft haben, wenn er in unserer, fragen- und vhrasenreichen Zeit etwa gefragt wird: „warum so? und weßhaib nicht anders?" — Von diesem Gesichtspunkte aus ist die Erörterung der erwähnten Frage durchaus nicht überflüssig, zumal sich hierbei Gelegenheit bietet, Manches in Bezug auf die Predigt, in Betreff dereu dem israel. Publicum wenig vorgeführt wird, zu klarem Bewußtsein und zu besserem Verständniß zu bringen. Zur Beantwortung der Frage müssen wir uns vor Allem Stellung und Bedeutung deZ T e r t e s im K anz elv o rtr age klar zu machen suchen. Im Terte, welcher nach einem kurzen Gebete an der Spitze der Predigt seinen Platz zu finden hat, liegt, wie jeder Prediger und auch jeder verständige Hörer wohl weiß, eine Art Ankündigung dessen, worüber der Vortrag sich ergehen wird. Diese Ankündigung ist aber, wegen der möglicherweise im Terte liegenden verschiedenen erörterungsfähigen und erörterungswürdigen Momente, für den Hörenden noch in ein gewisses Dunkel gehüllt, tritt aber durch die genauere Präcisirung im Thema aus sei-

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