Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3 (März 1857)
- Date
- 1857-03-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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von vr. Steinheim. 87 Verkündigung: „Denn kein Zauber waltet in Jacob, keine Beschwörung in Israel (c. XXIIl; 20,22. Numeri, es. die Note zu diesem Verse in der Michälis'sche Biebel p. ^s? l^lZZ.^, zum Worte ptt vliniws i. e. klolum. S. Lericon von I. Fürst.) —Ein Mann, der unbedenklich sein Leben dahin gegeben haben würde, um einer Übertretung des letzten Gesetzes zu entgehen, treibt vor nnsern Augen aus Unverstand den handgreiflichsten Götzendienst? Und welche Mühe hat es mich gekostet, bis ich ihn von seinem schweren Vergehen überzeugte, und er sich entschloß. Zauberkreis und Ämulete, die Ausgeburten des persischen Heidenthums. zu entfernen! Noch walten in der Synagoge selbst, in Gebrauchen und Gebeten viele Greuel einer heidnischen Mystik. Beim Schofarblaseu sitzt der Satan im Hörne, und geheimuißvolle Formeln, gerichtet an Methathron und andere Engel, deren Name» mir entfallen sind, treiben ihren gespensterischen Svuck. Beim „Duchan" der mystisch verhüllten Priester werden schauerliche Worte gelispelt gegen böse Träume — und mit allerlei Gottesnamen wird Unwesen getrieben. Das Abklopfen der „Hoschana" ist ein mysteriöser Brauch, der unter „^eliimson^ den ft^mn XZppui,'« wieder herauf beschwört. Alle diese und ähnliche s. g. heiligen Gebräuche mystischer Natur, sind eben so viele Verleugnungen der reinen Gvttesidee, ein wahrer Götzendienst, au der Stelle eines Gottesdienstes. Nicht die modern rationalistische Aufklärung, nein! die tiefe Anhänglichkeit an die erhabene und reine Religion, die nns durch Mosel) geoffenbart worden, und die tiefere Erkemttniß ihres erhabenen Werthes, läßt uns solche gottesdicnstlicbe Handlungen, mit sammt ihren kabbalistischen Znlhaten, verdammen. Aber diese finden sich so tief in den Rabbinismus verwebt, daß man nicht hoffen kann, sie ohne die tiefsten Erschütterungen aus der Synagoge zu verbannen, wenn man diese selbst auf ihrem ewigen Fundamente erhalten will. Wenn gleich der Cult, als Entäußerung des inueru Neligionsbewußtseins, keineswegs als eine Nebensache zu fassen ist: so wollen wir uns dennoch hier mit den gegebenen Beispielen aus dem Heidenthum eingedrungener Functionen begnügen, und uns der Erörterung einer der Hauptlehren des späteren JudenthumS zuwenden. Wir reden von dem Messiasglattben, als einem Hauptdogma. An diesem wollen wir den Rabbinismus prüfen, und untersuchen ob er seine Lehrbegrlffe von heidnischer Dogmatil frei zu erhalten vermocht hat. (Fortsetzung folgt.)