Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3 (März 1857)
- Date
- 1857-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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u. die Emanuel-Gemeinde zu New-Uork. 77 rien, anstatt derer Familiensitze eingerichtet wurden, und ging an hie Ausarbeitung seines neuen Gebetbuches, das in seiner Tüchtigkeit den Verfasser lang überleben und in weniger.als zwanzig Jahren von den meisten Gemeinden Amerika's angenommen sein wird. Den Gottesdienst um zwei Drittel abkürzend, löst dasselbe praktisch alle Fragen der Reform in Betreff des Gebetes; das Mische Dogma ernst und kräftig aufrechthciltend, knüpft es an die Vergangenheit an und enthalt alles, was die Zukunft fordern kann. Streng jüdisch, hat es dennoch alles abgeworfen, was als isolirend in der allen Thefilla stand, und ist in jeder Beziehung ein Gebetbuch, das dem rationalistischen Denker genügen muß. Die erste Abtheilung, die die Gebete für das ganze Jahr umschließt, erschien im ersten Jahre nach dem Ankaufe des neuen Tempels; die zweite, die eine besondere Sammlung für den Jom Kippur enthält, im vorigen Jahre. Damit hatte er den Zenith seiner Neformbestrebungen erreicht, nachdem er durch ernstes Predigen seine Gemeinde noch dazu vermocht hatte, den zweiten Tag des Jom Tobs abzuschaffen. In der Blüthe des Mannesalters, in der Mitte eines segenretchen Wirkens, mit weiteren Plänen für den Fortschritt seiner Gemeinde beschäftigt, ereilte ihn plötzlich und unerwartet der Tod! Ein Leichenbegängniß, wie es unter den Israeliten New- Uorks noch nie gesehen worden, bezeugte den Schmerz, die Hochachtung und die Theilnahme, deren der Verewigte sich allgemein erfreute. Die Mitglieder seiner Gemeinde schlössen sammt und sonders ihre Geschäfte; ein Leichenzug von beinahe tausend Personen und hundert Wagen folgten dem Sarge, der von zwölf Mitgliedern der Gemeinde zur Nuhe geleitet wurde; der Chor des Tempels sang am Grabe die .Trauerlieder, und die Ksv. Or. Einhorn von Baltimore und Mayer von Charleston, der eine in deutscher, der andere in englischer Sprache hielten die Grabreden. vr. Merzbacher hinterläßt keine Familie; er war unverheirathet; er ist der letzte von sieben Geschwistern, die. alle einer und derselben Krankheit — der Auszehrung — zum Opfer fielen, und die ein alter, in Fürth lebender Vater beweinet und betrauert.