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Der israelitische Volkslehrer · 1851-12-01 · Heft 12 (Dezember 1851) · page 18

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 12 (Dezember 1851)
Date
1851-12-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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28S Bücherschau. auf eimge Dutzend mehr oder minder nicht an; und schon unser alter Jesaias Fat es gesagt: „wie die Eiche und die Terebinthe, die, wenn sie das dürre Gezwekge abwerfen , den Stamm bewahren, also wird ein heiliger Saamen ihr Stamm bleiben!" — Aber wenn wir finden, daß Einem, der von uns sich abgewendet, das Herz noch teilnehmend und mitleidend schlägt für unser Häuflein, in welchem „ein dunkles Weh' schon jahrtaufendlange kocht;" wenn wir finden, daß das Judenthum seinen Mann nicht nur äußerlich zeichnet und sich aneignet, sondern ihm auch innerlich, in das Herz seinen unvergänglichen Stempel prägt, ihm das Siegel Salomonis unverwüstlich in die Brust glüht, welches Siegel von einer Liebe zeugt, „die stärker ist als der Tod, deren Gluthen Flammen Gotte5 sind;" wenn wir mitfühlen, wie in des Schmerzenlagers stillen Ossenbarungsstunden die alten Jugendgefühle und Kindeserinnerungen aus der Brnst, in welcher sie so lange eingeschlossen waren, mit Einem Male drängend hervortreten und rufen: „hier sind wir! fren' dich mit uns! Wieke mit uns, und du bist wieder jung, und du wirst wieder Kind sein;" und nun der leidende Dulder noch einmal, vielleicht das letzte Mal in die zitternden Saiten greift und spricht: „seid mir gegrüßt, ihr Gespielen meiner Kindheit, und gelobt sei der einzige Gott, der euch gesendet:" dann weinen wir vor Schmerz, und freuen wir uns doch zugleich so tief, nicht weil wieder eine Seele in den Schooß der Mutterkirche zurückgekehrt, sondern weil die unverwüstliche Macht der kindlich-religiösen Eindrücke uns selbst das Bewußtsein ihres hohen Werthes erneuert, und die Thränen, welche der Schwanensang des noch im Sterben scherzenden Sängers uns entlockt, sie fallen auf die Wurzeln unseres Stammes und wecken mit wunderbarer Gewalt seine schlummernde, doch nie ersterbende Triebkraft. Dieser sterbende Sänger ist Heinrich Heine. Er verwahrt sich in seinem Nachworte (S. 308) feierlich dagegen, als sei er bis zur Schwelle irgend einer Kirche zurückgekehrt, und wir find weit entfernt, ihn als Juden zu reklamiren. Heine gehört, so bedauerlich es immer bleibt, daß sein großer Genius sich nicht nur mit dem Staube, sondern nicht selten mit dem Schmutze dieser Erde befleckt hat, der Menschheit an, und eine sehr große Anzahl seiner himmlischen Lieder werden nach seinem Tode ein Lichtkleid um seinen unsterblichen Geist weben. Was jedoch von seinen letzten Liedern, von seinem „Romanzero" uns uns als Juden angehört, darauf dürfen wir hier hinweisen, und wenn der Dichter diese Zeilen liest, so wird es ihn gewiß freuen, wir durch diese Zeitschrift einem großen Theile unserer Glaubensgenossen Gelegenheit geben, sich an diesem und jenem tief

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