Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1851)
- Date
- 1851-12-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Mg Die Aufgabe des israelitische» Handwerkers, Wahrlich, konnte eS geschehen, daß in einem Augenblicke alle die Bücher verschwänden, die vorhanden find, aus denen die Menschen Weisheit und Erkenntniß schöpfen, und mit ihnen das Buch der Bücher, die heil. Schrift, und es bliebe nur der Satz zurück: »Kinder seid ihr des Ewigen eures GotteS," wahrlich, er reichte hin, um den Menschen zum Menschen zu machen, daß er als Ebenbild Gottes, seines himmlischen Vaters, auf Erden dastehe und wirke! Unsere alten Weisen ftge^ dN2 „der Sohn ist gleichsam der Fuß, ein Theil, eine Fortsetzung des Vaters;" und was hier vom Sohn gegenüber dem Vater gesagt ist, das gilt vom Menschen gegenüber Gott. Es ist das auch die Aufgabe des Menschen, das Wesen und Wirken Gottes fort, zusetzen; NM NQ „wie Gott barmherzig ist. WM 7?7W sollst auch du barmherzig sein", und so alle Eigenschaften Gottes im Kleinen nachzuahmen streben. — Ja, wir sind Kinder Gottes; Ein Vater hat uns alle geschaffen; wir sind also zusammen Brüder, und das ganze Menschengeschlecht nur eine große Fa mitte. Alle wie wir sind, zählen wir uns zu einzelnen, theueren Familien, diese einzelnen Familien zusammen machen aber die große Welt-Familie auS. Heute jedoch will ich Euch zeigen, was die Aufgabe deS jungen Handwerkers gegen 5en engeren Kreis seinerFamilie sei. — Ich habe Euch in meinem letzten Vortrage dargethan, wie der Mensch nur durch andere Menschen zum Menschen wird. Ohne Beihülfe seiner Mitmenschen bleibt er auf der Stufe stehen, auf der wir daS Thier finden. Ja, noch weit schlimmer! Denn daS Thier hat von Natur aus gewisse Anlagen und Kräfte, die schon im Vorhinein fertig sind. Das Landthier versteht, von der Geburt aus,wenn es nur die Glieder bewegen kann, zugehen; der Wurm zu kriechen; der Vogel zu fliegen; der Fisch zu schwimmen. Der Mensch muß Alles erst von seiner Umgebung erlernen. Dieß gilt schon von den niedersten Anlagen und Fertigkeiten deS Menschen, geschweige denn von seinen höheren, geistigen; da muß AlleS erst in ihm geweckt und angeregt werden; da müssen die Augen geöffnet werden durch die Frucht vom Baume der Erkenntniß, wenn eS nicht ewig finster im Menschen bleiben