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Der israelitische Volkslehrer · 1851-11-01 · Heft 11 (November 1851) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 11 (November 1851)
Date
1851-11-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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UeVer die Derhalkiffe is^ 25Z schen Theologen auch unter eine bessere und gereiftere Leitung gestellt, als dieß von Seiten der „LaYen", woraus die sogenann. ten isr. Kultusvorstände zusammengesetzt find, geschehen konnte. — I. Mit dieser Vorbemerkung sind wir schon bei den ersten Klage über die Verhältnisse des israelitischen Religionslehrerstandes im Rassauischen angelängt, nämlich: „warum wurde der israel. Religionslehrer nicht als ständiges Mitglied — in allen, außer den pekuniären Angelegenheiten der Gemeinde — dem Kultusvorstande beigeordnet?" — Zu dieser Klage glaubt derselbe um so mehr Ursache zu haben, als er gewissermaßen als Substitut des Bezirksrabbiners bei der betreffenden Gemeinde erscheint, und durch die Leitung des öffentlichen Gottesdienstes, resp. des Vorbetens der synagogaleu Liturgie und des Borlesens der heiligen Schriften, und — wo es angehet — auch Erklärung derselben in homelitischen Borträgen, geistliche Funktionen verrichtet. ^- Es ist sicherlich Niemand mehr, als wir, von allen hierarchischen Bestrebungen sern. Im Judenthume konnten dieselben ohnehin nie recht gedeihen. Treten ja die Propheten deS Herrn aus jeglichem Stamme und Lebensstande — Auws war ein Hirte — gar oft gegen die eigennützigen, ehrgeizigen und falschen Priester des Tempels aus; wovon wir Nachklänge selbst noch in Malachi, dem letzten derselben, vernehmen. Und nach dem Abschlüsse des alttestamentlichcn Kanons ward die Priesterherrschaft und der Levitenstand allzusehr von der Wirksamkeit des SvnedriumS und der Gelehrtenschulen paralysirt, als daß eine eigentliche Hierarchie im Volke aufkommen konnte. Sehen wir vollends aus das Judenthum in seiner großen Zerstreuung seit der Zerstörung des zweiten Tempels, so hatte die Hierarchie bei ihm keinerlei Vorrechte, und. duchl^ seit der Verschwindung der orientalischen Ordinationskette jeder Israelit?, welcher die nöthigen Kenntnisse und den moralisch-religiösen-Charakter dazu besaß, alle sogenannten geistlichen Funktionen verrichten. — Dennoch nannten wir oben die gegenwärtige Mitgliedschaft der israelitischen Kultssvorstande „Laven," indem wir mit diesen Worte keine« Gegensatz von heilig und profan, sondern von Wissenden

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