Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 11 (November 1851)
- Date
- 1851-11-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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zu Moses. 25t diese Schriften nur nicht beendigt, nur nicht abgeschlossen worden, wahrlich, eS lebte heut' kein Widerspruch zwischen uns und unserer Lehre, es gäbe keine Kluft zwischen unserem Leben und unserem Glauben! Der Geist war lebendig in Israel und thätig, so lange man seine mächtigen Schwingen sich frei entfalten ließ; als sie gehemmt wurden, als man durch das lähmende geschriebene Wort ihnen Fesseln anlegte, da siechte der Geist unserer Lehre hin, da verlor er seine Schwungkraft, seine Lebensfrische. So kam es, daß wir wohl fortgeschritten — aber unsere Lehre, unser Glaube ist zurückgeblieben! Und nun, da wir uns umwenden, um den Glauben zu uns zu erheben, um aus der Gegenwart die Vergangenheit zu erkennen — wie? da soll-, ten wir nicht prüfen, nicht forschen dürfen? da sollten wir hinnehmen, ohne anzuschauen, uns unterwerfen, ohne zu fragen? Was wäre unser Glaube, lieben Freunde, wenn er zu fürchten hätte den Prüfstein des Geistes, wenn er zu scheuen hätte das Urtheil der Vernunft! Und kann es denn sündhaft sein, nicht blos glauben, sondern auch wissen, erkennen zu wollen? Wollte ja Moses selbst, nicht zufrieden mit der Stufe seiner geistigen Erkenntniß von Gott, mit hellerem Auge GotteS Wesenheit schauen und rief: N55 w „laß deine Herrlichkeit mich sehen und anschauen!" Hat er ja vor seinem Lebensende den Israeliten ernst und nachdrücklich eö gebotcu: O'M TPN''! O'N^ttN NN 'N "P2^> „du sollst es zu erkennen, in deinem Innern es zn begreifen streben, daß der Ewige Gott ist;" nicht einfältig nur hinnehmen, nicht geist- und sinnlos blos glauben, sondern geistig erfassen und erkennen! — —- O so lasset ihn walten und schaffen den lebendigen Geist, wie er eben in Israel sich wiederum verjüngt hat; lasset seine Schwingen ihn eutfalten, die Jahrhunderte lang gelähmt waren; freuet Euch seiner jungen neugewonnenen Kraft, seines sprühenden und glühenden Muchs; hemmt ihn nicht und hindert ihn nicht; und so oft Ihr die Worte vernehmt: 7tt ^1 »und Gott sprach znMose s," sei es Euch eine Mahnung und Belehrung, daß Gott eines Menschengeistes sich bedient, um seinen erhabenen Willen in menschlicher Weise, nach mensch-