Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1851)
- Date
- 1851-10-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Festgaben. Und Herz und Hand, welche der Jsraelite seinen Brüdern weihet, die weihe er nicht blos seinem Bruder aus Israel, sondern seinem Bruder in der Menschheit, allen Menschen. Denn Herz und Hand weihen die Menschen in der Gegenwart auch uns, den so lange Verstoßenen und Verfolgten! — Am Vorabende des gestrigen Tages da war in diesem Jahre nicht zu vernehmen der Donner der Geschütze und daS Gelaute der Glocken, welches in früheren Jahren das Bürgerfest anzukündigen pflegte. Aber der Posaunenschall von Jericho war zu vernehmen, welcher die Mauern niederdonnerte, die uns den Eintritt in das verheißene Land der Freiheit wehrten; und die Herzen unserer Mitbürger läuteten zusammen in einem so schönen Einklänge, wie niemals bei einem früheren Bürgerseste. Israel, der in die Fremde verschlagene Sohn, ist heimgekehrt zu seinen Brüdern, und im Vereine mit der Menschheit freuet es sich der wiedererlangten Freiheit im Vaterhause. — So lasset denn uns Herz und Hand Gott und der Menschheit weihen; Kein Streit, kein Wahn, mein Vaterland, Soll wieder uns entzweien! Dein Sohn, dein tangvertrieb'ner Sohn, Der nimmer hört den Haß, den Hohn, Dein Sohn — wie jauchzt ihm heute Das Herz voll Festesfreude! — Dir aber zoll'n wir Dank und Ruhm, O einz'ger Menschenvater! In Lieb' erneu* dein Heiligthum, Und still' den Völkerhader! — Dein Name söhn* die Brüder auS! — Die Heimkehr in das Vaterhaus Mög' siebenfachen Segen Aufs Haupt der Menschheit legen! Amen. Amen. 5) Am Abende des 17. Oktob. t843 wurde jene für die Gleichstellung der Israeliten eutscheleungsvolle Abstimmung der hiesigen Bürgerschaft bekannt. Vergl. oben die Anm. zu Seite 236. —