Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1851)
- Date
- 1851-10-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3129675-3129676-3129687--0253-3132751- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
238 Die Heimkehr des Sohnes. erhalten. Versäumen wir dieß, so zeigt uns die Erfahrung die Folgen; das religiöse Gefühl erstirbt; die Flamme der Dankbarkeit erlischt. Darum erscheine fleißig am Feiertage vor Gott, und VaS Angesicht Gottes werde nicht mit leerer Hand begrüßt; Jeder gebe nach Maßgabe seiner Hand, Jeder zolle hier, im Bewußtsein seiner Schwäche, deS Herzens warmen Dank — wie wenig ist Das für den reichen Segen, welchen Gott dir gegeben in Wort und That! — Zolle deinem Herrn Dank am Feste und 2. Ruhm. — Wie? Ruhm? — können wir schwachen Menschen dem Geber alles Guten kaum danken, wie sollen wir Eintagsgeschöpfe Ruhm zu geben vermögen dem Herrn des Himmels und der Erde? — Doch ja! Ein Mittel gibt's! Wodurch geben Sonne, Mond und Sterne, das ganze Heer des Himmels und der Erde, Ruhm ihrem Schöpfer? Dadurch, daß sie ihre Bestimmung erfüllen! Sie fügen sich ein in die große Weltordnung, die der Herr aufgestellt, und also geben sie Tag und Nacht den Ruhm der Weisheit und Güte Dem, der sie an ihren Ort gesetzt hat. — Aber der Mensch? — Ich sage euch, er bringt, wie ein ausgearteter, dem Hause seines VaterS entlaufener Sohn, nur zu oft Unehre dem Urheber seines Lebens; die von Gott gefügte Ordnung stört er, und wenn man in der ganzen Welt ein Loblieb auf Gottes Weisheit vernimmt — sobald man zum Menschen kommt, da möchte man irre werden an der höchsten Vernunft, denn mit dem Menschen beginnt das Reich deS JrrthumS, der Thorheit und des Widerspruchs. — Wohlan denn! So erkennet euere Bestimmung und zollet, in Berichtigung euerer Thorheit und Verkehrtheit, Ruhm euerem Gotte! —Die heiligen Tage sollen bewirken die Heimkehr des Sohnes, seine Eiuordnung unter die übrigen Kinder deS Hauses; freuen soll er sich vor dem Angesichte des VaterS, wie die Blume fich freuet im Lichte, wie der Vogel sich freut deS Aufschwungs in den reinen Aether; und wenn das Fest scheidet, wenn die heilige Zeit von dannen gehet, geheiligt und geläutert sollst du dich fühlen durch den Ernst und die Liebe, welche du im Vaterhause kennen gelernt, damit Dein ganzes Wesen dem Vater zur