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Der israelitische Volkslehrer · 1851-09-01 · Heft 9 (September 1851) · page 25

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 9 (September 1851)
Date
1851-09-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Die besiegelte VersöhAs-g. gen Bestimmung, welche euch heute wieder zum tiefen Bewußtsein kam. —Haltet Frieden, Frieden unter euch! —Theure Zuh.l Gel. Gemeinde-Genossen! In jedem Jahre habe ich diese heilige Stunde, in welcher die Herzen geöffnet sind, benützt, ein Wort des Friedens, einen Ruf der Versöhnung an die Gemeinde zu richten; wie sollte ich'S nicht thun in diesem Jahre, wo uns der Frieden so Noch thut, wo dieZukunft des israelitischen Gemeindelebens von den größten Gefahren bedroht ist? Dürfen wir sie uns verhehlen? dürfen ^vir uns täuschen, daß wenn unter uns diese Gleichgültigkeit gegen Die religiöse Angelegenheit, dieses Sinkenlassen der Hände fortdauert, daß dann das Zudenthum in unserer Zeit von größerer Gefahr im Innern bedroht sei als je in den Zeiten der Verfolgung von aussen her? Und Das thut mir wehe, thut gewiß Jedem wehe, der das Judenthum liebt, der seinen heiligen Inhalt begeistert im liebewarmen Herzen trögt! Darum ihr hier im Hause, die ihr euch heute wieder zahlreich versammelt, die ihr hier wiedergefunden eueren Vater, den einzigen Gott, euere Mutter, unsere theuere Religion, euere Brüder, unsere Glaubensgenossen aus Israel, ihr, in denen heute wieder belebt ward der Funke des Glaubens, welcher am Ende dieser heiligen Abendstunde, beim Aussprechen unseres Bekenntnisses, zur hellen Flamme auflodert, warum morgen diesen Funken der Begeisterung von der Asche der Gleichgültigkeit verdecken lassen, daß man Mühe hat, ihn wiederzufinden? — Und Ihr draußen, Brüder aus Israel, die ihr uns feindlich gegenüber tretet, und doch mit uns rufet zu demselben Gott, mit uns feiert denselben Tag der Liebe und der Vesöhnung, mit uns empfindet dieselbe Seligkeit in Gott und Religion, mit uns fühlet denselben Schmerz über das Versinken und Verlorengehen unseres heiligen Erbtheils: o warum klammert ihr euch an an jede äußerliche Form, während ihr zu uns stehen solltet, um das Wesen zu retten? — Darum möchte dieser heilige Abend die Versöhnung besiegeln in Israel! Nachdem die Israeliten heute als Brüder sich wieder gefunden haben zu ihrem gemeinsamen Vater, das Gefühl der Zusammengehörigkeit heute die verschiedenen Parteien so lebhast durchdringt, so entläßt uns der herrliche Tag mit dem Zuruf des versöhnlichen Joseph:

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