Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 9 (September 1851)
- Date
- 1851-09-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Heimkehr des Sohnes. saugen, in der Hütte war Seligkeit. Der Andere, vornehmer, kam von seinen weiten Reisen jährlich nur einmal in's Haus, aber reiche Geschenke brachte er mit aus fernem Lande; dem Manne und seiner Frau gingen die Augen über vor Freude; im Anschauen der Geschenke vergaßen sie Speis und Trank. - So ging DaS eine Reihe von Jahren. Sehet, da ward der arme Mann reich; er verließ sein finster Gäßlein; er kaufte sich ein großes Haus in der schönsten Straße der Stadt, und lebte in Freuden. Deßhalb aber muß man doch seine alten Freunde nicht vergessen — nicht wahr? — Aber der ihörichte Mann that'S. Wann der nahe wohneude Freund in's Haus kam, kaum grüßte ihn Einer; selbst die Kinder gingen kalt an ihm vorüber. Nur den Weichergereisten, Vornehmeren, nahm man noch ehrbar auf. Da trafen die beiden Freunde einmal .zusammen, nnd Jener sprach zu Diesem: „nun, waS sagst du zu unserem Schützling?" Was soll ich sagen? antwortete der Freund aus der Ferne; er ist ja ein reicher Mann worden, wohnt in einem großen Hause, die Zeit hat ihn emporgebracht. „Aber WaS sagst du", erwiederte der Andere, „zu seinem Undank? er und die Seinigen kennen mich nicht mehr!" Ist'S möglich? rief Jener aus: dich , der ihnen in der Noch so viel Gutes gethan, dich konnten sie vergessen? Das darf ihnen nicht hingehen! Warte nur! da sie doch auf mich noch EtwaS geben, ich will's ihnen vorrücken! — Und er ging hin und sprach: „So behandelt ihr eueren und eueres VaterS Freund? ihn, der in euere finstere Gasse, in euere niedrige Wohnung stieg, euch zu beglücken, ihn vergesset ihr, wie ihr eueres Elends vergessen habt? unV ist euer Reichthum euch so sicher, daß ihr nicht mehr des Freundes bedürfet? find solche Freunde so häufig, daß ihr sie so geringe schätzet"? — Also sprach er, und der Mann und sein Wcib schämten sich sehr! — Wohl ihnen, wenn sie sich besserten! — Und de? arme Mann ist Israel; und feine Freunde und Tröster sind die Feiertage. Und so lange der arme Mann im Judengäßlein wohnte, ehrte er den Sabbath. der allwöchentlich Gaben brachte; nun er aber reich geworden, in einem schönen Hause wohnt, nun kennt der Mann den Sabbath nicht