Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 9 (September 1851)
- Date
- 1851-09-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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202 Die Heimkehr des Sohnes. dache und Feste eingesetzt: 02^ vxm N!N die Hälfte für den Ewigen und die Hälfte für euch, d. h. zur Erquickung für Geist und Leib; den Versöhnungstag aber — weil daS ganze Zahr, wie wir heute im Bewußtsein unserer Schwäche bekennen, die sinnliche Natur bei uns vorwiegt — hat sie ganz dem Geiste geweiht, l^Q damit daS Gleichgewicht in uns wiederhergestellt werde. So entsteht ein Gegensatz zwischen dem Versöhnungstag und den übrigen Tagen des Jahres, und doch ist dieser Tag zugleich ein Tag der Vermittelung, den übrigen Tagen aus der Fülle seines Segens das verlorene Heil wieder zu ergänzen. So wollen wir denn den Vorzug deS heutigen TageS, von dem daS Wort unseres Textes gilt, in deinenVorhöfen Ein Tag ist besser als sonst tausend, uns recht klar machen; der Unterschied zwischen hier und draussen soll uns recht lebhast zum Bewußtsein kommen. -- Der in die Welt hinaus verschlagene Sohn ist wieder heimgekehrt; wir sahen ihn gestern Abend eintreten in's Vaterhaus; aber den ganzen Tag nach feiner Wiederkehr verläßt er die Wohnung nicht; da bleibet und erholet er sich im Vater- ^hause. Und welche Betrachtungen und welche Begleichungen er da anstellt, daS zu erfahren, muß von Bedeutung sein. — Und nun wisset ihr schon wieder, wie unser heutiger Vortrag wird bezeichnet sein. Der gesternabendliche hieß: „der Eintritt in'S Vaterhaus", der heutige sei genannt: Der Ausenthalt im Baterhaufe. DerUnterschied zwischen der Welt und dem Vaterhause wird dem heimgekehrten Sohne klar, einerseits zu seines Herzens Bedrangniß, andererseits zu seines Herzens Erweitetung und Erstellung. Auf der einen Seite empfindet er: 5. Draussen leichter Sinn, hier schwerer Ernst; S. Draussen süße Schmeichelei, hier bitterer Borwurf;