Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 8 (August 1851)
- Date
- 1851-08-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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. 17V Die Heimkehr des Sohnes. Die heiligen Tage haben eine schwere Aufgabe, wenn ,sie Dieses bewirken wollen in diesem Jahre! Und dennoch tbut gerade in so aufgeregter Zeit der Trost der Religion so wohl, so Noch! Wenn eS der heiligen Zeit, wenn es meinen Vorträgen in dieser Zeit gelange, Ruhe, Frieden, höhere Befeligung einzuführen in euere bewegten Herzen, wie heilsam Ware Dieß! welch ein Gewinn für mich und euch! — Lasset mich darum meine Vorträge, welche dieses hohe und heilige Ziel, euch Seelenfrieden und innere Ruhe bei äußeren Stürmen zu verschaffen, in -diesen erhabenen Tagen anstreben sollen, lasset mich dieselben an einen bestimmten Faden anreihen, der meinen Worten als Leitfaden diene in euer Herz, der euerem Herzen als Leitsaden diene zu Gott! Zu diesem Behuse gestattet mir vorerst, daß ich euch nach langer Zeit wieder einmal ein Gleichniß erzähle. Denn die Gleichnißrede übt die wohlthuende Gewalt auf's Gemüth, da? sie eS im Sturme der Gefühle besänftigt, daß sie wie ein Bach, durch Wiesen sich schlangelnd, freundlich zum Ziele führt. — So höret denn! Mein Gleichniß trägt die Aufschrist: die Heimkehr des Sohnes, und lautet wie folgt: _ ES war einmal ein Sohn, dem sein Vater viel, viel Gutes erzeigte, er aber wollte es nicht einsehen. Des Vaters Wille war nicht sein Wille, er widerstrebte jeglichem Gebote. Da machte er sich einmal in seinem Trotze auf, dem Hause seines VaterS gänzlich zu entlaufen, und er lief und lief in die weite, weite Welt hinein, ohne Aufenthalt, ohne Stillstand. Manchmal strich der Gedanke durch die Seele: „du thust Unrecht!" allein daS war nur wie ein Vogel, der rasch vorüber streift, und that keine Wirkung; immer weiter entfernte er sich vom Vater- Hause, und immer tiefer hinein verlief er sich in das Geräusch der Welt. Eines Tags aber, da kehrte er zur Abendzeit in die Herberge ein, setzte sich allein an einen Tisch im Winkel und stützte daS müde Haupt aus die glühende Hand. Da sprach er zu sich: „was bist du doch ein Thor, daß du hineinrennest in die Welt und jagest und jagst, ohne Ziel, ohne Aufenthalt, und hast doch einen so guten Vater daheim, der eS so wohl