Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1851)
- Date
- 1851-07-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3129675-3129676-3129684--0174-3132669- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bücherschau. reiche Früchte für die Zukunft, sowie eS gewiß ist, daß das deutsche Wort, eingeführt in Tempel und Synagogen, schon manchen für daS Judenthum Erkalteten aufs Neue für dasselbe erwärmt hat, und das ist unser, gewiß hoch anzuschlagender Lohn. Trotz daher unseren Romantikern, die, wir kennen solche, in ihrer Lebensweise daS Ceremonial-Gesetz verleugnend, das ganze Jahr gar keinen, weder alten noch neuen Gottesdienst besuchend, dennoch als eitle Dandy's mit der altcn Zeit coqucttiren, und mit dem Spucke der brennenden Cigarre (vielleicht ungesehen am Sabbath- Rachmittage) die Bestrebungen der Neuzeit begeifern; trotz dieser beidlebigen Creaturen, die zwischen dem festen Boden der Stabilität und dem flüssigen Elemente der Zeitideen hin und herspringen, aber am wohlsten sich im Sumpfe der Verdächtigung von Personen uud Din.M befinden; trotz jenen fleischbeschauenden Auguren, die, beim Anblicke ihres Spiegelbildes sich selbst belächelnd, aus den Eingeweiden todter Jahrhunderte den Unterganz einer lebensvollen Gegenwart vorhersagen: trotz diesen Allen werden die Förderer der gottesdienstlichen Reform nicht in ihrem Bestreben ermüden, nach Kräften herzerwärmend und geisterleuchtend auf das Volk einzuwirken, und jedes Blatt deutschen Gebetes, welches unseren hebräischen Folianten bescheiden sich anfügt, werden wir als Oelblatt willkommen heißen, welches uns und unserem Gottesdienste, nach so langen Stürmen, das Betreten des vaterländischen Bodens hoffnungsspendend ankündigt. — Darum hat sich auch unser würdiger College Hr. Präger durch obige Erbauungsschrift den Dank aller wahren Frennde der Religion verdient. Derselbe gibt uns, nach der Folge der herkömmlichen Thoravorlcsungen, eine Reihe von lv2 religiösen Betrachtungen in Gebetform, sodaß auf jede Vorlesung durchschnittlich zwei Betrachtungen kommen. Dieser schließen sich 21 Nummern für die Festtage, und diesen 8 Nummern für Casualien an. In einem Anhange (2. Th.) folgen dann noch 33 Gebete, theilS von dem Verf., theils von Herrn Rabbiner Willstätter in Carlsruhe, für die häusliche Andacht, Verschiedenen Tagen und Lagen des Lebens gewidmet. Die Sprache in dem vorliegenden Buche ist einfach, der Ausdruck ungesucht, die ein-