Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 11 (November 1852)
- Date
- 1852-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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November 1852. 41. Nekrolog. Dem Hingange des seligen Oberrathes Epstein zu Carlsruhe gewidmet.» Die Israeliten Badens haben einen schweren Verlust erlitten! Der greise Vertreter und Vorkämpfer ihrer heiligsten Angelegenheiten — der gelehrte, für den Glauben seiner Väter begeHerte Overrath Näphtali EPstein ist nicht mehr unter den Lebendem — Wn einem frommet?, talmudisch gelehrten Vater, dem langst verlebten Provinzsal-Rabbiner Belta Epstein zu Bruchsal, wurde er in frühester Jugend in allen Zweigen des jüdisch-theologischen Wissens unterrichtet, durch seinen angebornen Scharfsinn und seinen kritischen Verstand erwarb er sich jedoch auch einen reichen Schatz allseitiger Bildung und umfangreiche Kenntnisse der Philosophie und der Jurisprudenz, zu einer Zeit, in welcher dieses Strebek unter Israeliten zu den seltensten Ausnahmen gehörte. Sein Talent und seine ungewöhnlichen Kenntnisse fanden gerechte Anerkennung; denn bald nach der Constituirung des Großh. Oberrathes im Jahre 1809 wurde der Selige zum Sekretär dieses hohen Kollegiums ernannt. Er hatte seine bedeutungsvolle Stellung wohl erkannt und richtig erfaßt, mit unerschütterlicher Ausdauer alle Angelegenheiten seines Glaubens und seiner Glaubensgenossen gelenkt und geordnet und jeden Angriff und jede Verdächtigung gegen das heilige Kleinod der Religion muthig und kräftig zurückgewiesen. — Als wackrer Fährmann wüßte er mit Geschick und Umsicht das Schiff, welches seiner Leitung anvertraut war, durch die Wogen der bewegten Weltstürme zu geleiten. Er verstand es mit Erfahrung und Vorsicht die schroffen Gegensätze zu vermittlen und Spaltungen zu verhüten, die von jeher in Israels Gemeinden nur Unheil gestiftet. Durch eben diese ernsten Bestrebungen, wie durch seine all- II. 22