Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 9 (September 1852)
- Date
- 1852-09-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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in Strafanstalten, von Bezirks-Rabbiner M. Präger. Wt durch kluges Leugnen eine weit gelindere Strafe, als die beiden jüngern^ welche dieft Kunst noch weniger verstanden^ sich zu erzielen. Auf die beiden Mern Glieder dieser Sippschaft war es Mir daher bei aller Mühe nicht möglich einen inneren, bleibenden Einfluß zu gewinnen. Beioe waren kaum ein Jahr in der Anstalt, und verließen dieselbe um nichts gebessert. Ich habe zwar von ihrem spätern Leben keine Kunde erhalten (denn ste hatten keinen bleibenden Wohnsitz), möchte aber mit Zuverlässigkeit behaupten, daß ste ihr, durch die Hast unterbrochenes Handwerk von Neuem, nur vielleicht mit mehr Erfahrung und größerer Schlauheit, fortsetzten. — Die beiden jüngern Glieder boten aber, jeder in seiner Art Gelegenheit zu Beobachtungen.—Der Eine dieser Jünglinge war kräftig gebaut, muskulös und von gesunder Farbe, hatte aber weder Geist noch Genu'ith. Er war in Erziehung der Art verwahrlost, daß er nicht nur des Lesens und Schreibens (auch des hebräisch Lesens und Schreibens) gänzlich unkundig war, sondern auch nicht einmal eine annährungsweise Vorstellung von den einfachsten religiösen Begriffen hatte. Gteich einem Heiden stellte er sich Gott als einen Mann von furchtbarer Größe m Menschengestalt vor, der im stebenteu Himmel wohne und nur heftigere Leidenschaften und größere physische Gewalt als dw Menschen besitze. Selbst diese Begriffe schwebten ihm aber nur dunkel vor und mußten gleichsam aus ihm herausgepreßt werden. Er war nicht mehr als ein ungezähmtes Thier in Menschengestalt und mußte man sich, wenn man ihn sah und hörte, nur wundern, wie er seine raffinirten Streiche auszuführen im Stande war. Er scheint von seinem Vater (!) nur in dieser Beziehung unterrichtet worden zu sein. Diese Annahme wird um so einleuchtender, wenn ich hier mittheile, daß vierzehn Tage nach seiner Einlieserung die beiden oben erwähnten altern Männer von einer andern Seite her eingeliefert wurden, deren Euter eben sein Vater war. Der Vater wollte im Anfange den Sohn, und der Sohn den Vater nicht anerkennen, obwohl sie gleichen Namen hatten und aus demselben Orte waren. Es drang sich hier unwillkürlich die Bemerkung auf: „mit