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Der israelitische Volkslehrer · 1852-09-01 · Heft 9 (September 1852) · page 13

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 9 (September 1852)
Date
1852-09-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Das zweite Viertel oder das jugendliche ManneSalter. 217 gab sie dich dieser Welt, auf welcher der Schmerz eine so bedeutende Rolle spielt im Schau- und Trauerspiele dieses Lebens, so daß nicht blos bei deiner Geburt, sondern noch recht oft später, bei gar vielen ernsten und ergreifenden Auftritten, dir die Augen von Thränen übergehen! — Woher kommst du? — Du durchwandertest das Ländchen der Kindheit, und das Alter deiner Unschuld war gerade das Alter deiner Schwäche, und als du in die Jahre der Kraft eintratest, äußerlich erstarkend, da haben die Schwächen im Innern sich ausgebildet, die nicht selten wieder die Zerstörer wurden der äußerlichen Kraft und Festigkeit. — Woher kommst du? — Aus dem Jugendleben tratst du in die Ehe ein, und am Hochzeittage war dein Herz froh bewegt, und doch weinte dein Auge im Vorgefühl der ernsten und verantwortungsvollen Tage, die da kommen werden.;— Und wenn der Ewige, dein Gott, dich nun mit jenem Segen beglückt hat, wornach das Frauenherz sich sehnet und das Männerherz heilig verlangt, so wurden dir in deinen Kindern nur neue Beweise vorgeführt, wie vergänglich der Mensch sei; und wenn den Kleinen etwas fehlte, wie oft sagtest du da zu dir: „welch hinfällige, schwache Geschöpfe sind wir auf Erden!" uno betend zum Herrn der Welt, seufztest du: „ach, nur ein Hauch ist der ganze Mensch!" — Und so wie du Kinder bekommst, so wie neben dir die Saaten der Zukunft hervortreten, wachsen, blühen, da wirst du selbst ein Stück Vergangenheit und fühlst beim Entstehen deiner Kinder die Vorahnung deines einstigen Vergehens und Platzmachens auf dieser Welt. — Die Ruhe deiner Nächte, o Mutter, und die Ruhe deiner Tage, o Vater, schmä. lern die neuen Ankömmlinge. Sind sie klein, so nimmt die Sorge für ihres Leibes Wohlergehn, werden sie größer, so nimmt die Sorge für ihrer Seele Wohlfahrt dich ganz in Anspruch; du gehörst nicht mehr dir, du gehörst deinen Kindern an. Dahin sind die Freuden deiner Jugend, der Sommer zerstört die Blüthen deines Frühlingsalters! — Und wie der Gärtner im Sommer ängstlich sein Land überwacht, jedes UnkraÄt zu entfernen bestrebt ist; wie er begießt und die Erde auflockert, im Schweiße seines Angesichts arbeitet, und^ wenn auch das Land

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