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Der israelitische Volkslehrer · 1852-08-01 · Heft 8 (August 1852) · page 16

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 8 (August 1852)
Date
1852-08-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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492 Der Mondwechsel des Lebens. Erster Vortrag. der Liebe und Treue! — Der Eine von uns war arm, und hatte arm? Eltern, schutzbedürftige Geschwister, und er dachte in seiner Jugend, ich will mich zusammen nehmen und will ein Mann sein und will ein Baum werden, der den Meinigen zum Schatten dienet Ein Anderer glühte für die Wissenschast und sprach, ich will in ihrem Garten sammeln, bis ich meinem Drange nach Erkentniß einiges Genüge geleistet. Ein Dritter sah die Gesunkenheit des religiösen Zustandes seiner Glaubensbrüder und sprach, ich will ein tüchtiger Lehrer für Israels Jugend, ein treuer Führer für Israels Gemeinden werden und mein Scherflein znr Erleuchtung der Menschheit freudig beitragen.Und wem solch heiliges Streben in der Jugend die Seele durchdrungen, an der Religion hat sich feine Flamme entzündet, an ihrem Feuer hat sich" das seinige genährt, aus der Liebe Gottes entsprang seine Liebe zur Welt. Die meisten Wohlthäter der Menschheit, deren Namen wir mit Ehrfurcht nennen, von religiöser Gesinnung waren sie durchglüht, aus dieser Quelle tranken sie Begeisterung und iQpfermuth. — Wie die Sonne den neugeborenen Mond entläßt, ihn mit ihrem Lichte beauftragt, und er nun seinen Kreislauf wie ein liebender Freund um die Erde vollendet, dieser in dunkler Nacht sein holdes Licht zuströmt, während sein Angesicht immer .und immer der Sonne zugewendet bleibt: also fühlt sich der für das Beste seiner Brüder begeisterte Menschenfreund von der Erde, Hrem Wohl und Weh' innig angezogen; i h r entsendet er das Licht seines Trostes in des Unglücks Nacht, sein Angesicht aber bHibt nach oben, Gott zugewendet, der Sonne seines Lebens, von welcher er das Licht schon im ersten Viertel seines Wandels empfängt, um es einst in seiner ganzen Fülle der Erde leuchten zu lassen! — Wohl dir, m. Z., wenn solch höheres Strebeu, den Menschen wohlzuthun, schon in deiner Jugend dein Herz zum Dienste Gottes weihete! Da magst du dich am Gedächtnißtage deiner Jugenderinnerung freuen!-Denn Kindheit und Jugend sind eitel — nur was an Begeisterung und edlem Streben noch aus der Jugendzeit in uns glüht, das nur ist und bleibt von ewigem Werthe.— Aber wehe! wenn deine Jugend schon dem Eigennutze geweiht war, kein höherer Gedanke in dir aufflammte, kein

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