Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1852-08-01 · Heft 8 (August 1852) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 8 (August 1852)
Date
1852-08-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3129675-3129690-3129699--0511-3132521
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

190 Der Mondwechsel des Lebens. Erster Vortrag. uns, mit dem wundervollen Ring im Munde, lockt und lockt; — von Zeit zu Zeit läßt er sich nieder, bis wir ihm nahe kommen, und er sich wieder erhebt und weiter fliegt, und so fort, bis er uns vom rechten Wege verlockt hat! — W^MM^Wtni^vi^ das Gluck? — Wir sahen Andere in Ruhm und Ehren, und wir wünschten uns Ehre und Ruhm; wir sahen Andere in schönen Häusern und prächtigen Kleidern, unser jugendliches Her; dächtt, die muffen glücklich sein, und wir wünschten uns Gold und Giü in Menge. Freilich in's Herz hinein konnten wir den Beneideten nicht sehen, sonst hätten wir uns über zeugt, daß Gold und Gut nicht die Bürgen des Glückes seien. — Und auch wir wünschten^was das^Auge blendet., was die Herzen der Menschen verführt — und wurden wir dadurch glücklich? — O heiliger Gedenktag, ^ora Kassleorou, sage es den hier Versammelten, halte jedem Einzelnen im Spiegel der Erinnerung seine Jugend und ihre Wünsche vor, und zwing^Alle, das Bekenntnis abzulegen vor Gott, daß der Wunsch, reich zu werden, äußeres Gut in Fülle zu erlangen und dadurch glücklich zu sein,, ein thörichter Wunsch sei, mehr Unglück als Glück stiftend il^ dieser unruhigen Welt! — Und ihr, die ihr noch im Lande der WmMMche wandelt, denen noch in des Herzens heiliger Ladeder Aaronsstabder Jugendhoffnung liegt, welcher Knospen, Blüthen und Früchte zugleich erscheinen läßt, o lasset euere Wünsche geheiligt sein und kein böses Begehren entweihe das Allerheiligste eueres Innern l^Nicht die Stäbe euerer aufrührerischen Begierden, sondern der Stab eueres Gottverlangenden Geistes blühe, und bewähre euer Priesterthum vor Gott!Lernet frühzeitig, euere Wünsche nicht auf Dinge lenken, in denen einst euer wahres Glück nicht bestehen wird! — EsAibt nur Ein wahres Glück, das im Frieden der Seele ruht> dieser Frieden aber, wie oft wird er verscherzt durch Wünsche) die unwiderstehlich aus die äußeren Güter und Genüsse gerichtet sind! Wie oft wird da der Wunsch zur Begierde, die Begierde zur Leidenschaft, und das Gewünschte wird begehrt mit Gewalt, und das Begehrte wird geholt um jeden Preiß, und SüM^und Schuld und bittere Erinnerung sind der Lohn der nicht imKeime^^ 7- Darum wenn der Prediger

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.