Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 8 (August 1852)
- Date
- 1852-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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August 1852. 32. Erfahrungen aus seiner amtlichen Wirksamkeit in Strafanstalten, von M. Präger, Großherzoglich Badischem Bezirks-Rabbiner in Bruchsal. Wie die Aussaat zur Ernte, verhält sich die Theorie zur Praris. Jede Wissenschaft hat ihre einleitenden, bildenden Disziplinen, die, wie die Radien im Mittelpunkte eines Kreises, in der Praxis wie in einem Brennpunkte zusammenlaufen. So sucht die Theologie ihre Jünger vorerst in ihrem historischen Theile auf die Höhen der Vorzeit zurück und in ihrem spekulativen Theil in die tiefen Schichten der Forschung hinabzuführen, ihre Anwendung aber erst in ihrem praktischen Theile zu geben, mag dieser als Katechetik und Pädagogik die Jugend oder als Homiletik und eigentliche Pastoraltheologie die selbständigen Glieder der Religionsgemeinde zum Gegenstande der Wirksamkeit haben. Der Jugend- und Volksleher ist berufen, wie ein Gärtner am frühen Morgen schon den Samen der Gotteserkenntniß und Glaubenstreue tief in das menschliche Herz einzulegen. Mag aber auch seine Bemühung ernst, seine Leitung kunstgerecht, seine Pflegung gewissenhast sein, so kann er doch den günstigen Erfolg nie mit Sicherheit seinem Verdienste zurechnen; denn leicht konnte, wie bei der Pflanze, der gute ergiebige Boden, die erwärmende befruchtende Umgebung, die günstige, vortheilhafte Lage den größeren Einfluß geübt haben.— Wo aber die Pflanzung bei der Uebernahme schon verwildert war, wo das Unkraut die besten Säfte und Kräfte des Bodens bereits absorbirt und eine Reihe von Jahren nur Miswachs erzeugt hatte, dort ist zu eigener Bewährung Gelegenheit gegeben, dort kann die Kraft des Gärtners sich untrüglich offenbaren. — II. 16