Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1852)
- Date
- 1852-07-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten aus der Synagoge. i75 knüpft sich an diese Erscheinung; insbesondere die Hoffnung, daß im ganzen weiten Kreisrabbinate, welches viele strebsame Gemeinden und tüchtige Lehrer zählt, dieses Beispiel und Vorbild zahlreiche Nachahmung finden werde. — Bei der kürzlich hier vollzogenen Wahl eines neuen Stadtvorstandes ist, und zwar von conservativer Seite, Herr Hofgerichts-Advokat Nosenberg, Mitglied des israel. Religionsgemeinde-Vorstandes, mit ansehnlicher Stimmenmehrheit in denselben gewählt worden. — Endlich mögen Ihre Leser noch erfahren, daß von eilf hier studierenden Hessendarmstädtischen Jünglingen unseres Glaubens drei ordentliche Stipendien aus der Staatskasse oder dem Universitätsfond erhalten, gewiß ein Beweis wahrhast humaner Gesinnung unserer Staatsregierung und ein Zeichen nicht blos papierner Emancipation. Äus der Nähe. sOuri08uiu.) In einem benachbarten Orte copulirte jüngst ein Rabbiner aus einem benachbarten Lande — ein voetor pKilosoMiae! — seinen Bruder. Als es zur Trauung kam, ließ der Rabbiner die betreffenden Utensilien unter freiemHimmel aufstellen. Die Verwandten der Braut verlangten, die Trauung sollte entweder im Zimmer oder in der Synagoge statthaben, insbesondere da die Mutter der Braut ein heftiges Kopf- und Gesichtsleiden hätte. Der Herr Doctor zuckte die Achseln, meinte man dürfe wohl im Zimmer und in der Synagoge copuliren, aber der bessere Ort (!!) sei doch unter freiem Himmel. Uebrigens habe hierüber sein Bruder zu entscheiden. Als man diesen fragte, so bemerkte er, sein Bruder habe ihm gesagt, die ächte Trauung müsse unter freiem Himmel sein, weil Gott Himmel und Erde zu Zeugen des vorhabenden Bundes ausrufe (?!) *); was die Schmerzen der Frau Schwiegermutter betreffe, so sei wohl die Sache in sehr kurzer Zeit abgethan. — Und es ward also; in drei bis vier Minuten war die himm- *) Wahrscheinlich erschien der mittelalterliche Grund, so viel Kinder als Sterne am Himmel zu bekommen, dem Herrn vr. nicht mehr zeitgemäß.—