Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1852)
- Date
- 1852-07-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3129675-3129690-3129698--0489-3132498- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
tk9 2S. Bücherschau ^) Siblische Geschichte für die israelitische Jugend. Bearbeitet von Leopold Breuer, Religionslehrer in Wien. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Wien 1852. (Beurtheilt von W.) Wenn wir im Judenthume den Kampf der neuen mit der alten Zeit näher in's Auge saßen; so fragt es sich zunächst um die Auslegung und Erklärung der Bibel. Die neue stehet wie die alte Zeit auf dem Standpunkte der Bibel, beiden ist sie heilig und unantastbar. Der Kampf besteht nur darin: ob Alles Das, was in der Bibel vorkömmt — jeder Punkt und jeder Strich und jede Erzählung — Gesetz sein, als solches ausgelegt werden soll, sür alle Zeit und Dauer: oder ob nur das als Gesetz anerkannt werden soll, was als solches gegeben wurde, und zwar auch da noch einen Unterschied festgehalten zwischen Gesetzen, die sür gewisse Zeiten, und zwischen solchen, die für alle Zeit bestehen. Wir wissen nicht, ob es im Entferntesten der Heiligkeit und Göttlichkeit der Bibel Abbruch thun würde, wenn man behauptet, daß sie außer den Grund- und Hauptlehren, die das Leben des Menschen bedingen, zunächst für ihre Zeit berechnet war. Der Schöpfer hat in seiner unendlichen Weisheit die Welt entstehen lassen, wie sie sich nach den Naturgesetzen entwickeln mußte, (wir brauchen nur in der Schöpfungsgeschichte den „Tag" für einen gewissen Zeitraum anzunehmen, und sie stimmt genau mit den neuesten Forschungen überein; f. Humboldt, Burmeister, Schleiden zc.) warum sollte er gerade mit dem Werthvollsten, das er dem Menschengeschlechte beschieden, vorgegriffen haben? Um so sonderbarer ist es aber, jede Geschichte in demselben als Gesetz ausstellen zu wollen. — Wer die Bibel anch mit unbefangenem Auge liest, wird erkennen, daß sie in ihrem schlichten aber gigantischen Ton, nur den Zweck hat, für Menschen niedergeschrieben zu sein. Wie es u. a. W. ausdrücken: „die heilige Schrift ist nicht für die Engel gegeben." *) Es liegen uns mehrere neue Schulschriften vor, die wir in einem der nächsten Hefte beurcheilen werden. D. R. II. 15