Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1852)
- Date
- 1852-07-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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der Rabbiner-Wittwen- und Waisenkasse. t«7 den Verhältnissen der Neuzeit sich bedeutend geändert hat, re8p. vielfach erschwert ist. Zu welcher religiösen Richtung sich dieselben bekennen mögen, an Sorge und Unruhe wird es den Rabbinern da und dort bei ihrem schwierigen, verantwortungsvollen Amte nie fehlen. Soll dazu noch die schmerzlichste Beunruhigung kommen, daß, bei allen Mühen des Berufes, dereinst nach deren Ableben ihre Nächsten und Liebsten Mangel und Nahrungssorgen ausgesetzt sein könnten? — Und diese Befürchtung ist nur zu gegründet, durch manche Erfahrung bereits schmerzlich bewahrheitet. Während bei andern Confesstonen entweder der Staat Fürsorge trägt, oder Stiftungen in genügender Anzahl vorhanden sind, um die Predigerwittwen gegen Noch und Mangel zu schirmen, kann für die israelitische Predigerwittwe in den wenigsten Orten die entsprechende Fürsorge getroffen werden. Da sind selten Pensionen, Stiftungen einmal gar nicht vorhanden; und während Frau und Kinder bei Lebzeiten des Mannes ehrbar versorgt waren, muß die Wittwe zu ihrem schon so großen Schmerze noch die Kränkung hinzunehmen, zwischen den Bedürfnissen, welche der Stand ihrer Bildung erheischt, und den Leistungen, welche ihr geringes Vermögen nicht zuläßt, eine unvereinbarliche Kluft sich bilden zu sehen. Sie und ihre Kinder müssen sich oft Entbehrungen und Einschränkungen solcher Art auferlegen, daß sie im Vergleiche mit ihren früheren Verhältnissen das mutterliche Herz doppelt belästigen und niederdrücken. Das war in der That sonst ein Anderes! Der Rabbiner in der alten Zeit war weniger auf Gehalt als auf den Empfang von Privatgeschenken hingewiesen, und so mochten auch seine Hinterbliebenen ein gleiches Schicksal gleichmüthiger ertragen. Der Rabbiner in der neuen Zeit ist in dieser Beziehung würdiger und ehrbarer gestellt; dafür aber sind auch seine Hinterlaffenen, denen nicht derselbe Gehalt mehr zu Theil wird, während sie noch dasselbe Ehrgefühl durchdringt, in einer doppelt bedauerlichen Lage. — Diese Gründe, die gewiß allgemeine Würdigung verdienen, lassen uns hoffen, daß zur Ermöglichung und Förderung jenes heilsamen Instituts viele Kräfte sich vereinigen werden, um durch Bildung von Comitss an verschiedenen Orten warme