Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1852)
- Date
- 1852-07-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3129675-3129690-3129698--0483-3132492- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ich bin ein Hebräer. 1«3 hatten, die weder mit unsrer Ueberzeugung, noch mit den Sitten und Anforderungen des Lebens sich in Einklang bringen lassen? — Diese Entgegnung erwartete ich; und gerade deßwegen sagte ich schon bei der Eintheilung unserer Betrachtung : wir sind Hebräer III. auch im religiösen Leben. Wohlgemerkt, m. L., Hebräer nach dem Vorbilde unsres Abraham! NPNA 1^ POd^NI Abraham glaubte an Gott, und das ward ihm zur Tugend gerechnet. Abraham Verkündete den Namen Gottes und verherrlichte ihn durch Wort und That. Abraham scheute sich nicht, dem Herrn jedes Opfer zu bringen, und darum sagte der Herr: ich habe erkannt, daß du gottesfürchtig bist; NNN O^tt ttl' Und dieses Gottesvertrauen, diese Heiligung des göttlichen Namens, diese Bereitwilligkeit zu Opfern, diese Sanstmuth und Ergebung in den göttlichen Willen, diese Milde selbst gegen die Sünder — die sollten mit unsern Begriffen nicht vereinbar sein? — Ich rede dem Formglauben nicht das Wort, dafür habt ihr mich, Gel., bereits schon lange erkannt; ich beklage und bedaure vielmehr jene Verirrten, die wie Söldlinge ihre Arbeit verrichten, und dann gleichsam zu Gott sprechen H N2N nun gieb mir auch meinen Lohn! die sich in einem Vertragsverhältnkß zu dem himmlischen Vater dünken, und wähnen, je mehr Entbehrungen, je mehr Dienstleistungen, desto mehr Lohn und Anerkennung hätten sie zu erwarten, desto sicherer würden ihre Wünsche erfüllt und desto schneller ihre Bestrebungen Leben und Geltung erhalten. Sie wissen nicht, wie sie Gott hiedurch lästern, dem sie durch ihre Frömmigkeit nichts geben und durch ihre Fehler nichts nehmen können. Wir beklagen sie — QN^V - und wir beklagen un s, weil durch diese Richtung das israelitische Bekenntniß verkannt wurde. Daher diese Einwendungen über belastende Formen, über unzeitgemäße Beobachtungen, und weil die Sonnenstrahlen durch Wolken verhüllt sind,