Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1852)
- Date
- 1852-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ich bin ein Hebräer. 159 „Hebräer, und den Ewigen, den Gott des Himmels, fürchte „ich, der das Meer und das Trokne gemacht hat." — Lasset uns nun diese Antwort des Propheten näher ins Auge fassen, und nachdem wir aus den vorausgehenden Versen schon einen so reichen Schatz für das religiöse Leben gewonnen haben, so soll uns die eben vernommene Stelle von höchster Bedeutung werden; sie soll uns als Wahlspruch, als Loosungs- Wort für alle Verhältnisse unsres Lebens gelten! — Ich bin ein Hebräer, das sei unser Loosungswort, t) im öffentlichen, 2) im häuslichen und 3) im religiösen Leben. Gott segne unsre Betrachtung, daß wir die Wahrheit erkennen. Amen. I. '258 Ich bin ein Hebräer, sei unser Losungswort im öffentlichen Leben, in unserm Verkehre mit der Welt, ein Wort, das uns als warnender Führer leite, als treuer Gefährte begleite! Wie, in unserem öffentlichen Leben sollen diese Worte uns als Wahlspruch dienen? Sollten nicht vielmehr alle derartigen Stammes-und Glaubensverschiedenheiten im öffentlichen Leben aufhören, sollten wir nicht eher noch dazu beitragen, diese Unterscheidungen schwinden zu lassen? Was soll uns eine solche Loosung frommen, wenn wir mit dem Schweiße unsres Angesichtes entweder in der Werkstätte der Arbeit, oder hinter dem pflügenden Gespann oder in sonstigem Geschäftsbetrieb unser Brod zu verdienen suchen? Soll der Arzt, welcher am Krankenbette der leidenden Menschheit beistehe, oder der Gesetzkundige, welcher entweder dem Unkundigen mit seinem Rathe unterstätzen oder als Richter über Streitsachen entscheiden soll — sollte jeder von ihnen sprechen: „Ich ein ein Hebräer?" Hat diese Abstammung auf den Beruf irgend eine Beziehung? Ist das nicht gerade der traurige Ueberrest der mittelalterlichen Finsternis), und wir sollten die bluttriefenden Nachtgespenster neuerdings heraufbeschwören?— In dem Sinne, wie das Mittelalter es aufgefaßt, m. L.,