Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1852)
- Date
- 1852-06-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Du sollst Vater und Mutter ehren. Einführung unserer Kinder in das Haus Gottes, in die Mitte der Gemeinde an diesem Tage. Ja, es wird dieser Tag selbst für ihn zu einem Versöhnungstage, indem die hohe Freude dieses Tages ihn aussöhnt mit seinem schwierigen Amte und die Seligkeit in Gott und seinem heiligen Dienste in unserem Herzen erneuert. Und wie ehedem am Versöhnungstage der Priester eintrat in's Allerheiligste, wo er den Namen Gottes aussprach, daß alles Volk, das ihn vernahm, anbetend niedersank: also treten wir an diesem erhabenen Weihefeste in das Allerheiligste des Kinderherzens ein, wo wir ihn aussprechen den Namen des Einzigen und Hochgelobten, daß er feierlich wiederhalle in den Herzen des versammelten Volks. — Und berühren sich ja in diesem Feste die innigsten Beziehungen des Gemeinde,- Familien- und religiösen Lebens; entzündet sich ja durch Vereinigung so vieler himmlischen Strahlen, die nach einem gemeinsamen Mittel- und Brennpunkte streben, hier auf diesem Weihaltare unserer Jugend ein heiliges Feuer, welches ewig leuchtet, welches wunderbar wie das Feuer des Elia durch Wasser nicht gelöscht wird, sondern durch die Thränenfluth, welche unser gottentflammtes Auge umfließt, erst seine himmlische Bewährung findet. — O herrliches Fest! göttliche Feier! sei mir gegrüßt; gegrüßt, Du achter Confirmationstag in diesem Gotteshause! Werde mir ein Tag des Bundes mit dieser gottversammelten Gemeinde! — So möge denn die Freundlichkeit des Ewigen unseres Gottes walten über diese feierliche Handlung, die wir nun mit einer frommen Betrachtung einleiten wollen, daß dieselbe an uns Allen zum Heile und zum nachhaltigen Segen werde. Amen. Meine Zuhörer! In jenen göttlichen zehn Aussprüchen, deren Tiefe und Unerschöpflichkeit uns immer mehr zum Bewußtsein kommt, je mehr wir mit dem Lichte der Erkenntniß in sie ein- und vordringen; auf jenen zwei steinernen Tafeln, die Gott gleichsam als die Grundsteine zum Tempel der Menschen- und Völkerbildung durch seinen Diener-Moses aus dem granitnen Ursels des Sinai formen ließ, finden wir am Ende der ersten Tafel, am Anfange des fünften Ausspruchs