Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1852)
- Date
- 1852-06-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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jIH Das israelitische Confirmationsfest zc. einzeln heran> um einen Wahlspruch für's Leben PDS) mit einigen einleitenden Worten und daran sich reihendem Segen zu empfangen; sie treten dann zu den anwesenden Eltern und Lehrern; feierlicher Gesang begleitet diese Handlung, welche das Kind, gerade dadurch, daß es mit Einem Male aus der Gesammtheit hervortritt und individuell angeregt wird, tief ergreift, so daß dieses heilige Ergriffensein der reinkindlichen Natur sich auch dem älteren Geschlechte überwältigend mittheilt. Wie aus einem läuternden Bade hervorgetreten, steht nun die junge Schaar da, um in der (kurzen) Schlußrede noch einige eindringliche Worte auf den neuzubetretenden Jugendpfad mitzunehmen. Auch die Gemeinde ist in so gehobener Stimmung, daß hier ein kurzes Schlußwort an sie gerichtet des Eindrucks nicht verfehlen wird. — Die eigentliche Confirmationsfeier ist somit abgeschlossen. Wir halten es aber für nöthig, daß sich derselben für Jung und Alt noch ein wichtiger gottesdienstlicher Akt anschließe, nämlich das Vorlesen aus der Thora; diese, unser theuerstes Erbe aus der Vorzeit, muß der Jugend an diesem Tage auch sichtbar zur Anschauung gebracht werden. Es stimmen daher Vorbeter und Chor die stets ergreifenden Gesänge zum Ausheben der Thora an, und es wird aus dieser die herrliche Stelle aus dem fünften Buche, Cap. 10, 12 —11, 1 NNM verlesen und dann übersetzt. Während des Zurollens der Thora wird aus den Sprüchen Salomes das vierte Capitel deutsch vorgetragen. Diesem Vortrage reihet sich das Gebet für die Obrigkeit und die Gemeinde an, worauf die Thora wieder in die heilige Lade zurückgebracht wird. Sodann erheben sich die Confirmirten und beten wieder ein gemeinsames deutsches Schluß gebet und mit einem Jubelchor (Halleluja, Ps. 150) endiget die ganze Feier. — Möge sie in unserer Gemeinde, möge sie im deutschen Israel, von welchem die Umgestaltung des religiösen Lebens in die ganze Judenheit ausgehen wird, heilbringend und einigend wirken, das Alter versöhnend mit den wahrhaft religiösen Bestrebungen der Neuzeit, die Jugend versöhnend mit den wahrhaft edlen Gütern der Vorzeit. — 2^1, O-N NNtt - Leopold Stein.