Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1852)
- Date
- 1852-05-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Reform bei den Israeliten auf dem Lande. III thätt'ge, die es mit äußerlichen Hebungen und Unterlassungen zu thun hat, die ursprünglich auf Absperrung berechnet waren, und deshalb jetzt, bei der Berührung mit dem allgemeinen Leben, notwendig hindernd in den Weg treten. — Lassen Sie mich aus vielen Beispielen nur eines anführen. Rasiren mit dem Messer ist nach orthodorer Anschauung ein fünffaches Vergehen. Nun denken Sie sich einen jüdischen Handelsmann auf Reisen. Der Mann kann sich selbst den Bart nicht bestellen; ein Mann, der dieses Geschäft rituell besorgt, ist nicht überall zu haben, namentlich in Gegenden, wo wenig oder gar keine Israeliten wohnen. Was soll der Mann nun thun? entweder, er muß den Bart wildwachsen, oder sich rastren lassen. Glauben Sie, daß er lange unentschlossen bleiben wird, was er zu wählen habe? Das Leben und die Erfahrung geben Ihnen die Antwort; sie lehren uns, daß gerade dieser ceremonielle Brauch im Lager unserer Alten und Halbalten bedeutend außer Uebung gekommen ist, und den eklatantesten Beweis liefert, wie die unaufhaltsame Conseqnenz des Lebens die Jnconsequenz unserer Orthodoren recht klar zur Schau stellt. — Lassen Sie uns nun zu unseren lieben Landleuten zurückkehren, die wir, bei der Reform das Ganze berücksichtigend, nicht aus den Augen verlieren dürfen. Auch auf dem Lande, vielleicht hier ganz besonders, macht sich in religiöser Beziehung die äußerliche Form recht abstoßend kenntlich. Ich will auch hier ein scheinbar Unbedeutendes als Beispiel anführen. Kommen Sie jetzt, wo die liebe Sonne so freundlich strahlt, in ein Dorf, so werden Sie den christlichen Bauernknaben sehen, wie er sich umhertummelt, das entblößte Haupt der stärkenden Luft, der bräunenden Sonne bloßgestellt; den jüdischen Knaben aber sehen Sie, UM-, ''ISN, den Kopf wohlbedeckt und verwahrt; die Kappe, oft eine abgelegte des Vaters, fällt dem armen Jungen, wie der Berg „0^ melseii Laddasedan^^, bis auf die Achsel herunter; denn mit entblößtem Haupte — de^Mui rosek — herum zu gehen ist ja sündlicher Leichtsinn; kallntk rosek! — Während nun — ich brauche Ihnen das als Gelehrten nicht auseinander zu setzen — während dieser ganze Brauch im Talmud nur als ein Zeichen von absonderlich strenger Religionsübung, Niääatk