Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 4 (April 1852)
- Date
- 1852-04-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Kindschaft und Erstgeburt. 105 darf er nicht! — aber er suche sie zu verdienen, indem er sich als der beste Sohn , als der treueste Bruder bewähre, nicht durch Herrschen, nein, durch Dienen! — Darum läßt der Prophet Jesaias, der heilvolle Mann, Israel, den Erstgebornen, in Knechtesgestalt austreten, nennet ihn „Knecht Gottes, Ldeä ^äonai," damit der einst aus Aegypten, aus dem Sklavenjoche der Menschen Gerettete, freiwillig in den Dienst der Menschen eintrete, um ihre Erlösung aus den Banden der Sünde und aus der Nacht des Aberglaubens zu bewirken, wie es heißt: „LeniLeekm-i ILsrael," mein erstgeborner Sohn ist Israel; ^2^1 '22 Ntt "Dtt also spricht der Ewige: entlasse meinen Sohn, daß er mir diene!" — Lange Zeit, o Israel, hat die Menschheit unsere Dienste verschmäht, und das war die Zeit, in welcher auch wir unser Verhältniß zur Menschheit nicht begriffen haben. Eine bessere Zeit, eine Zeit der Erlösung dämmert heraus, und zur Menschheit spricht Gott: entlasse meinen Sohn, daß er mir diene; in der Freiheit bewähre sich Israels Treue gegen Gott und Menschen. Und Beides, lieben Freunde, ist nicht zu trennen! Sie reden und träumen in unserer Zeit von einer Religion derMenschiichkeit, die des Glaubens nicht bedürfe. — Verkehrtes Reden! thörichtes Beginnen! — Ist es nicht gewöhnlich der Fall, daß, wenn der Vater nicht mehr ist, der die Kinder zusammenhielt, das Band zwischen den Geschwistern geschwächt wird? — O wenn je der Glaube an Gott in der Menschheit aussterben könnte, n^2NN NN"SN2 schnell würde das Band unter den Menschen gelöst sein, ^2 INN "^1N, Jedermann würde nur seinem Eigennutze folgen. Das aber ist das Herrliche in dem Glauben an den einzigen, ewigen Weltenvater, wie er in Israel besteht, daß er, in seiner Reinheit erfaßt, nichts ausschließt — als die Ausschließung; daß in dem Ewiglebenden, O^l''N die Liebe der Menschen zu einander ewig lebendig bleibt, in ihm die Bürgschaft liegt, daß einst alle Menschen sich als Kinder des Einen Vaters anerkennen und innig umfassen werden. — O Ewiger, unser Gott, allwaltend, weltverjüngend, führe ihn herauf am verklärten Himmel der Menschheit jenen Völker-