Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 4 (April 1852)
- Date
- 1852-04-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Kindschaft und Erstgeburt. 97 Dränger, heute athmete alljährlich frei auf die gebeugte Seele; jung wurden die alten Erinnerungen; der gütige Gott, der in Aegypten seine Hand schirmend über uns ausbreitete, er lebt noch, seine Hand waltet noch heilig über uns. — Sehet den vom Boden sich erhebenden Weinstock im Frühling an, wie er weint aus dem zum Sonnenlichte sich öffnenden Knospenauge! Unter Thränen verjüngt er sich! Er gedenkt in Lust, wie er im vergangenen Herbste gegeben und im zukünftigen geben werde die Frucht, die Gott und Menschen erfreut! So alljährlich an diesem Frühlingsfeste vergoß das gebeugte, aber in Gott erhobene Israel Thränen der Freude; große Erinnerungen , heilige Hoffnungen erfüllten das Herz, und mit innigem Vertrauen betete die gläubige Seele: ,N55"N O^VO AHN O blicke vom Himmel und schau', /NM ^2 NsM Gedenke des Weinstockes hier, NZ)K) NLW Und stütze, den Deine Rechte gepflanzet! — (Ps. 80, 15.) Und auch wir, Brüder und Schwestern aus Israel, erneuern heute in uns die Freude, Israeliten zu sein, Bekenner des einzigen Gottes genannt zu werden. Das heilige Verhältniß zwischen uns und Gott — ach, in den Wochentagen der Arbeit so oft verhüllt, in den Tagen der Mühsal so oft getrübt, in den Stunden des Unmuths so oft verkannt, in Augenblicken der Verzweiflung, vor denen Gott uns bewahre, zuweilen ganz aufgegeben — freuet euch, Israeliten, erhebet euch, meine Brüder und Schwestern! — denn in festlichen Wochen, wie die uns bevorstehende, an Tagen der Weihe wie der heutige, in Stunden höherer Sammlung wie die jetzige, in feierlichen Augenblicken der Begeisterung, wo sich die Seele über alle Bedingungen der Vergänglichkeit kühn hinweg zu den lichten Höhen emporschwingt: da erfassen wir jenes heilige Verhältniß mit neuer Innigkeit; das himmlische Band, das uns so stark mit den Brüdern, das uns ewig mit Gott verbindet, es erneuert und kräftigt sich in solcher Zeit, und mit seeligem Bewußtsein spricht auch noch das gegenwärtige Israel: »'N'N^ 'HH Ich gehöre meinem Freunde,! mein Freund gehöret mir! (Hohes!. 6, 3.) II. 8