Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 3 (März 1852)
- Date
- 1852-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Die Mittagshöhe des Jahrhunderts, ist es der rechte Eifer, auch da ist es das wahrhafte Streben nicht. Menschliches mischt sich in den Streit des Göttlichen, Irdisches in den Kampf des Ewigen; die Selbstsucht, die Eitelkeit und der Eigennutz erfüllen die Seele, welche doch nur von der reinen Liebe zur Wahrheit erfüllt sein sollte. Darum so oft das gegenseitige Schmähen und Verunglimpfen, wo eine andere Ueberzeugung hervortritt, wo widersprechende Ansichten einander gegenüber treten. Wißt ihr, was Gott dem Moses zurief, als er der wunderbaren Erscheinung des brennenden Busches näher trat? NN unp 1^!? NN!) NNtt '21^"! "1^!?: „lege die Schuhe ab von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehest, ist heiliger Boden." Wer heiligen Boden betritt, lieben Freunde, wer Göttlichem sich nähert, der sollte alle menschlichen Schwächen ablegen, der sollte irdische Rücksichten, die vom Heiligen ihn trennen, entfernen. O wäre es also, machten nicht menschliche Leidenschaften, machten nicht irdische Bedenklichkeiten sich geltend in diesem heiligen GottesAreit, legten wir die Schuhe von den Füßen ab, entfernten wir von uns alles Gemeine und Niedrige, wenn wir aus heiligen Boden treten, o dann wäre eine Verständigung längst erzielt, der Glaube Israels würde wie eine Sonne hinleuchten in das nach Licht und Wahrheit ringende, aufgeregte Jahrhundert, die alte Gluth, sie würde sortleuchten, strahlend in ungetrübtem Glänze, ohne sich zu verzehren.-^- Doch soll der Glaube Israels, l. Fr., eine Flamme werden, zu erleuchten eine Welt, soll er als ewig dauernd, als die nimmer erlöschende, ihren Stoff nimmer verzehrende Gluth sich auch für die Zukunft bewähren, nun, so müssen wir unterscheiden in ihm das Göttliche vom Menschlichen, das Ewige vom Vergänglichen; nicht mit dem leiblichen Auge dürfen wir ihn anschauen, nicht Gewohnheit und Herkommen darf uns bestimmen, wenn wir ihn wahrhaft zu erfassen uns bemühen. Wißt ihr, was Moses that, als er hinanging an die göttliche Erscheinung? NWQ "iNV^ Moses bedeckte sein Angesicht; er verhüllte das leibliche Auge, nur mit dem Blicke des Geistes wollte er das Göttliche anschauen, nur mit dem inneren Auge an die Beurtheilung des Höheren treten. Nun denn, so müssen auch