Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 3 (März 1852)
- Date
- 1852-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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(März 1852.) -oHc>- - s. Der Hilferuf der Langsdorfer Juden. Wenn wir unser März Heft mit der in der Aufschrift bezeichneten Angelegenheit beginnen, so geschieht das aus dem Grunde, daß wir die Aufmerksamkeit und Theilnahme unserer Leser auf dieselbe vor Allem lenken möchten. Sie verdient es im hohen Grade. Es sind jetzt vier Jahre, daß der Ruf zur Gleichberechtigung durch die deutschen Lande mächtig erscholl; und unter so vielen Hoffnungen, welche damals rege wurden und später in Schaum zerflossen, sind doch zwei in dem bei Weitem größten Theile des Vaterlandes zur tröstlichen und erhebenden Wahrheit geworden, daß der Menschenfreund in ihnen die Quelle des Muthes findet, an den Fortschritt des Jahrhunderts zu glauben; diese sind: die Emanzipation der Juden und die Erlösung des Ackerbauers vou mancher Belastung des Mittelalters. Bauer und Jude, allerdings die ehemals gedrücktesten, haben durch den März 1848 Erleichterung ihres Schicksals gefunden. Beide mochten sich dessen gegenseitig freuen in dankbarer Gesinnung, mit menschenfreundlichem Wohlwollen! So war's aber nicht überall; die ländliche Rohheit ließ an manchen Orten den Muthwillen und die Bosheit gegen die wehrlosen jüdischen Mitbürger in empörender Weise los. Doch nirgends in solchem Grade wie zu Langsdorf, einem Orte in der Wetterau im Großherzogthum Hessen, welcher unter 1000 Seelen gegen 50 Juden zählt. — Die christliche Bevölkerung daselbst, erbittert, die Juden in das Ortsbürgerrecht und in den Vvrtheil der damit verbundenen Rechte und Nutznießungen eintreten zu sehen, dabei gereizt und aufgestachelt von dem Fanatismus eines katholischen Predigers Ohly, gegen welchen unser College, Herr vr. Formstecher zu Offenbach, öffentlich Ii. 5